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„Die Liebe, sprach sie…"

Innsbrucker Festwochen der Alten Musik 2017

450 Jahre Monteverdi
Der am 15. Mai 1567 in Cremona getaufte Claudio Zuan Antonio Monteverdi hat wie kaum ein anderer Komponist die abendländische Musikkultur beeinflusst. Allein seine „Erfindung“ des Basso ostinato wirkt sich bis hin zum Jazz und Rock aus und seine Opern prägten nachhaltig die Entwicklung des Musiktheaters. Seit im Jahr 1977 der von John Eliot Gardiner geleitete Monteverdi Choir bei der damaligen Innsbrucker Festwoche der Alten Musik Madrigale Monteverdis sang, ist die Musik des Komponisten kontinuierlich und eng mit dem Festival verknüpft. Die erste szenische Aufführung einer Barockoper im Rahmen der Festwochen war 1980 Monteverdis „L’incoronazione di Poppea“ (Musikalische Leitung: Alan Curtis). Im Monteverdi-Jahr 1993 – 350. Todestag – leitete René Jacobs Aufführungen von Monteverdis Oper „Il ritorno d’Ulisse in patria“. Als Cembalist im Opernorchester Concerto Vocale wirkte damals Alessandro De Marchi erstmals bei den Innsbrucker Festwochen mit. Dieselbe Oper wird der heutige Intendant des Festivals im Monteverdi-Jahr 2017 – 450. Geburtstag – bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik dirigieren. Die Produktion aus Oslo von Den Norske Oper & Ballett bringt in der Regie von Ole Anders Tandberg einige der führenden SpezialistInnen im Barockopernfach auf die Innsbrucker Festwochenbühne: den Tenor Kresimir Spicer in der Titelpartie, die Mezzosopranistin Christine Rice als Penelope, den Countertenor David Hansen als Ulisses Sohn Telemaco, die Sopranistin Nina Bernsteiner als Giuno und L’Amore, die Mezzospranistin Ann-Beth Solvang als Minerva und Fortuna und den Tenor Jeffrey Francis als Eumaio.


Im Tonfall der Liebe
Auch im Konzertprogramm der Festwochen 2017 steht „Jubilar“ Monteverdi im Mittelpunkt. Rinaldo Alessandrini wird mit seinem Ensemble Concerto Italiano Monteverdis epochales Sakralmusikwerk der „Marienvesper“ aufführen. Den Reigen der Ambraser Schlosskonzerte eröffnen die österreichische Lautenistin Christina Pluhar und ihr Ensemble L’Arpeggiata mit dem Programm „Teatro d’Amore“. Dieses fokussiert Monteverdis, hauptsächlich am Hof des Fürsten Gonzaga in Mantua komponierte, weltliche Madrigale. Mit Monteverdi kam ein neuer Tonfall der Liebe und Leidenschaft in die Musik, zu hören in der Vesper der Heiligsten Jungfrau ebenso wie in den Arien der Penelope oder den berühmten Lamenti. Die ersten Worte des „Lamento della Ninfa“ begleiten im übertragenen Sinn als Leitmotiv die Mitwirkenden und das Publikum durch die Innsbrucker Festwochen 2017: „Die Liebe, sprach sie …“


Frauengestalten, Musikerinnen und Heldinnen
Damit rücken mutige Opernheldinnen und heilig Trösterinnen, legendäre Frauengestalten der Mythologie und beseelte Musikerinnen von einst und heute in den Mittelpunkt des Festivalprogramms. Der Mutter Gottes gewidmet sind auch die ersten erhaltenen Marienvespergesänge aus dem Mittelalter, die mit dem Ensemble Mala Punica zu hören sein werden („Jubila Faventina“ am 19.08.), aber auch Gesänge der islamischen Religion, die von der muslimischen Sängerin Yasemin Sannino in einem „Open Mind“-Konzert gesungen werden („Alba Maryam“ am 16.08.). Alessandro De Marchi wird im Innsbrucker Dom Alessandro Stradellas Oratorium „San Giovanni Battista“ dirigieren und damit 25 Jahre nach der bisher letzten Festwochen-Aufführung ein dramatisches Sakralmusikwerk aufgreifen, in dem die Figur der Salome geradezu opernhaft das Geschehen dominiert. Eine Berühmtheit im norditalienischen Musikleben zur Mitte des 17. Jahrhunderts war die Komponistin und Sängerin Barbara Strozzi, eine Schülerin von Monteverdis Nachfolger Francesco Cavalli, der ebenso ein Festwochenkonzert gewidmet sein wird („Spiegelbild der Liebe“ am 01.08.) wie Bachs zweiter Ehefrau und Muse, der Sängerin Anna Magdalena Bach („Bach und seine Muse“ am 17.08.).


Octavia und Pygmalion
Beeindruckende Frauengestalten stehen auch in den beiden weiteren szenischen Opernproduktionen des Festwochensommers 2017 im Mittelpunkt der Handlungen: Neros Ehefrau Octavia in Reinhard Keisers Hamburger Opernerfolg „Die römische Unruhe, oder Die edelmütige Octavia“, eine vollständig mit SängerInnen des Cesti-Wettbewerbs 2016 besetzte Produktion der BAROCKOPER:JUNG, sowie die zum Leben erwachte, modellierte Muse des Künstlers Pygmalion in der gleichnamigen Ballettoper des französischen Komponisten Jean-Philippe Rameau, mit der Christophe Rousset mit dem Ensemble Les Talens Lyriques erstmals bei den Festwochen als Operndirigent zu erleben sein wird. Monteverdis Ursprünge in der Renaissance werden im Festwochenprogramm 2017 ebenso hörbar wie seine Ausstrahlung bis in die Musik des Spätbarock.


Festtag für Ferdinand
Nicht nur der 450. Geburtstag Monteverdis wird gefeiert, sondern auch der 450. Jahrestag vom Einzug Erzherzog Ferdinands II. in Innsbruck als Herrscher Tirols. Eigens an einem Festtag für Ferdinand erklingen mit dem Ensemble Cinquecento Madrigale und Motetten von Komponisten, die dem Regenten Musiksammlungen widmeten (wie Andrea Gabrieli) und mit ihm in enger Verbindung standen (Orlando di Lasso). An der Renaissanceorgel „Organo di legno“, die mit Ferdinands zweiter Ehefrau Anna Caterina Gonzaga aus Italien nach Innsbruck kam, wird Peter Waldner Musik aus Ferdinands Zeit spielen, die Szenen aus dem Leben eines Barockfürsten illustrieren. 


Virtuosen der Alten Musik
Auf den Flügeln Amors werden bei den Festwochen 2017 weitere Interpretinnen wie die Sängerinnen Arianna Vendittelli, Suzanne Jerosme, Mariana Florès, Nuria Rial und Sophie Rennert sowie die Geigerinnen Isabelle Faust und Veronika Skuplik zu erleben sein. Mit den Flötisten Maurice Steger und Pedro Memelsdorff und dem Cellisten Marco Ceccato kommen Virtuosen der Alten Musik nach Innsbruck. Als Ensembles treten außerdem die Academia Montis Regalis, die Company of Music, das Marini Consort Innsbruck, Musica Antiqua Latina und die Akademie für Alte Musik Berlin auf.

 

 

 

Musik kann viel bewirken

Festwochen-Benefizkonzert bringt 3.600 Euro für Musiktherapie traumatisierter Kinder.

Mit einem Benefizkonzert in der Stiftskirche Stams wurden im vergangenen August die 40. Innsbrucker Festwochen der Alten Musik feierlich eingeläutet. Über 100 Tiroler Musikerinnen und Musiker begeisterten und berührten das Publikum unter der musikalischen Leitung von Howard Arman mit Werken aus dem Stamser Musikarchiv. Das Konzert stand ganz im Zeichen des guten Zwecks: Der Eintritt war kostenlos, freiwillige Spenden wurden erbeten.

Im Namen aller Beteiligten überbrachte Festwochen-Betriebsdirektorin Eva-Maria Sens nun den Spendenerlös in Höhe von 3.600 Euro den Tiroler Sozialen Diensten. „Es ist schön zu sehen, was Musik alles bewirken kann“, so Sens. „Der Dank gilt dem spendenfreudigen Publikum und allen engagierten SängerInnen und MusikerInnen, die auf ihre Gage verzichtet und dieses Projekt so erst möglich gemacht haben“.

Die Spenden sollen der Musiktherapie für traumatisierte Kinder zugutekommen. Eine enorm wichtiger Bereich, wie Soziallandesrätin Christine Baur bestätigt: „Musik ist eine Sprache, die zur Heilung beitragen kann und uns alle verbindet. Gerade die Alte Musik vereint Einflüsse aus vielen unterschiedlichen Kulturkreisen und auch die Künstlerinnen und Künstler, die am Benefizkonzert in der Stiftkirche Stams mitgewirkt haben, kamen aus den unterschiedlichsten Chören und Ensembles. Dies stellt einmal mehr unter Beweis, dass Vielfalt bereichert.“

 

 

 

„Diapason découverte“ für Alessandro De Marchi

Innsbrucker Festwochen erhalten begehrten Schallplattenpreis für „La clemenza di Tito“.

Die Innsbrucker Festwochen der Alten Musik dürfen sich über eine bedeutende Auszeichnung freuen: Die im Juli 2016 auf CD veröffentlichte Aufnahme von Mozarts „La clemenza di Tito“, aufgezeichnet 2013 bei den Festwochen in Innsbruck, wurde vom französischen Fachmagazin Diapason in der aktuellen November-Ausgabe mit dem „Diapason decouverte“ ausgezeichnet. Alessandro De Marchi sorgte 2013 für Aufsehen, als er für die Aufführung bei den Festwochen die Wiener Fassung der Oper von 1804 wählte. Damit präsentierte er den „Tito“ so, wie er Anfang des 19. Jahrhunderts in den großen Häusern vom Wiener Hoftheater über die Mailänder Scala gespielt wurde, und Mozart einige Jahre nach seinem Tod populär machte. Diese Fassung ist als CD-Aufnahme eine einmalige Dokumentation.

Für den Intendanten der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik reiht sich der Preis nahtlos in die Auszeichnungen der letzten Jahre ein: Seine Produktion der Oper „Il Germanico“ bei den Festwochen 2015 wurde als „Entdeckung des Jahres“ für den „International Opera Award“ nominiert. 2015 erhielt die von Alessandro De Marchi dirigierte CD-Produktion „La belle immagini“ (Label Sony Classical) mit dem Countertenor Valer Sabadus und der Hofkapelle München außerdem einen „ECHO Klassik“.

„La clemenza di Tito“ mit Carlo Allemano, Nina Bernsteiner, Kate Aldrich, Ann-Beth Solvang u. a. ist bei „cpo“ erschienen und im Fachhandel erhältlich.

  

Das "Ohr der Festwochen"

Bernhard Fleig ist sozusagen das "Ohr der Festwochen": Seit 1999 stimmt er jedes Jahr die Tasteninstrumente bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik. Im Gespräch mit Rainer Lepuschitz (aufgezeichnet im vergangenen Sommer) gibt uns Bernhard Fleig spannende Einblicke in seine Arbeit und verrät seine schönsten Anekdoten bei den Festwochen:

Jubiläum der „Klangschatzgräber“ ein voller Erfolg

Tausende Besucher strömten zu den 40. Festwochen der Alten Musik nach Innsbruck. Alle sechs szenischen Opernvorstellungen ausverkauft. Großes Medienecho.

(Foto: Rupert Larl / Innsbucker Festwochen)

Die 40. Innsbrucker Festwochen, die mit dem heutigen Finalkonzert des 7. Cesti Wettbewerbs und der morgigen „Musik im Gottesdienst“ in der Stiftskirche Wilten zu Ende gehen, ziehen eine äußerst positive Bilanz. Die Opern und Konzerte fanden enorm hohen Zuspruch beim Publikum, insgesamt verbuchen die Festwochen eine Auslastung von 97%. Die Besucheranzahl ist gegenüber dem Vorjahr um rund 5.700 Personen gestiegen.

Festwochen-Intendant Alessandro De Marchi ist mehr als zufrieden mit den diesjährigen Festwochen: „Ich habe so viel Begeisterung und Freude gespürt – nicht nur im Orchestergraben, sondern in der ganzen Stadt. Es war ein fantastischer Sommer mit vielen Höhepunkten, einem großartigen Publikum und einem perfekt eingespielten Team.“

Musikalischer Hochgenuss
Für großen Beifall bei den Besuchern und in zahlreichen Feuilletons sorgte Alessandro De Marchi mit der Opernkomödie „Il matrimonio segreto“. Ein „musikalischer Hochgenuss“, so die Neue Zürcher Zeitung, bei dem „die Spannung während dreier Stunden nie nachlässt“. Der Orchesterklang sei „so fein gewirkt wie die Stoffe der Roben“ staunte Der Standard. De Marchi bringe „die betörende, eminent theatertaugliche Musik Cimarosas mit der fabelhaften Academia Montis Regalis zauberhaft zur Geltung“, pflichtet die Schwäbische Zeitung bei. Der Bayrische Rundfunk lobte auch die in einem Hühnerstall angesiedelte Inszenierung (Regie/Kostüme: Barbe&Doucet), die „in keinem Moment albern oder gar lächerlich über die Bühne kommt, sondern überaus charmant und witzig“ sowie „das Ergebnis einer hochoriginellen Ausstattung“ sei. Die Tiroler Kulturredaktionen schwärmten von der „Fundgrube des musikalischen Humors“ (Tiroler Kronenzeitung), dem „fabelhaften Gesang“ (Tiroler Tageszeitung) sowie dem „akustischen Hochgenuss“ (ORF Tirol).
Die drei Vorstellungen von „Il matrimonio segreto“ im Tiroler Landestheater waren ausverkauft.

Lustvoll, überzeugend, energetisch
Ebenso umjubelt wurde auch die zweite szenische Produktion, die BAROCKOPER:JUNG „Le nozze in sogno“, die erst kürzlich Antonio Cesti zugeordnet werden konnte. „Mit der Wiedererweckung dieser Preziose hat das Innsbrucker Festival nicht zum ersten Mal die Schatzgräber-Rolle übernommen“, spendet die Süddeutsche Zeitung Beifall zur Pionierarbeit bei den Festwochen. Das Ensemble Innsbruck Barock, zusammengesetzt aus StudentInnen der Universität Mozarteum unter der Leitung von Enrico Onofri, spielte „mit lustvoller Verve, energetischer Präsenz und überzeugender Akkuratesse“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung). Das junge Sängerensemble, das aus Teilnehmern des letztjährigen Cesti-Wettbewerbs bestand, „wusste stimmlich zu brillieren und bot auch schauspielerisch eine großartige Leistung“, lobte der Neue Merker.
Alle drei Vorstellungen von „Le nozze in sogno“ waren ausverkauft.

Konzerthighlights und Innovatives
Weitere Höhepunkte waren die konzertante Aufführung von Glucks „Alceste“ unter der Leitung des langjährigen Künstlerischen Leiters der Festwochen, René Jacobs, der Introitus – geleitet von Howard Arman – mit begeisterten Tiroler MusikerInnen und SängerInnen, Mozarts „Krönungsmesse“ unter der Leitung von De Marchi sowie die zahlreichen Konzerte auf Schloss Ambras, im Riesensaal der Hofburg und in den Kirchen. Weitgehend positiv wurden auch die experimentelle Ausflüge in die Moderne aufgenommen: im Treibhaus erlebte ein buntgemischtes Publikum einen Mix aus Techno und Originalklang, in der Hofkirche lotete Wolfgang Mitterer die Ebert-Orgel mit elektronischem Instrumentarium aus.

Enormes Medienecho
2016 widmeten heimische und internationale Medien dem Festival große Aufmerksamkeit. Insgesamt berichteten 89 JournalistInnen aus 16 Ländern von den 40. Innsbrucker Festwochen der Alten Musik.

Ungebremster Besucherandrang
Rund 9.900 Besucher kamen zu den Opern und Konzerten der diesjährigen Festwochen (inkl. des heutigen Cesti-Finales). Das Schlossfest Ambras und die kostenlosen Veranstaltungen „Introitus“, „Concerto mobile“, „Musik im Gottesdienst“, „Mit Pauken und Trompeten“ sowie die „Lunchkonzerte lockten rund 16.500 Gäste an. Die Gesamtbesucherzahl bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik 2016 wird somit rund 26.400 Personen betragen.

„Eine höchst erfreuliche Bilanz“, zeigen sich Geschäftsführer Markus Lutz und Betriebsdirektorin Eva-Maria Sens zufrieden mit dem Ergebnis. „Die extrem hohe Auslastung und das Interesse des heimischen und internationalen Publikums an den Festwochen zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

Die 41. Innsbrucker Festwochen der Alten Musik finden von 18.07. bis 27.08.2017 statt. Das Programm wird im November 2016 veröffentlicht, gleichzeitig startet auch der Vorverkauf.

 

 

 

 

Cesti-Gewinner aus Australien und Austria

Morgan Pearse aus Sydney gewinnt vor der Grazerin Sophie Rennert den 7. Cesti-Gesangswettbewerb in Innsbruck. Den dritten Platz holt sich der Amerikaner Eric Jurenas.

Der Australier Morgan Pearse (Mitte) bekommt von den Juroren Alessandro De Marchi (links) und Sebastian Schwarz die Sieger-Urkunde überreicht.

Die Jury des 7. Internationalen Gesangswettbewerbs für Barockoper Pietro Antonio Cesti kürte den 28-jährigen australischen Bariton Morgan Pearse zum Sieger, das Publikum des Finalkonzerts wählte die 25-jährige österreichische Mezzosopranistin Sophie Rennert zu seinem Gewinner. Sophie Rennert wurde außerdem von der Jury der zweite Preis hinter Pearse verliehen. Der dritte Preis ging an den 26-jährigen US-amerikanischen Countertenor Eric Jurenas. Den Sonderpreis für die Gestaltung eines Recitals im Festival „Resonanzen“ des Wiener Konzerthauses erhielt die 23-jährige italienisch-französische Mezzosopranistin Lea Desandre. Aufgrund der hohen Qualität aller Finalistinnen und Finalisten, kann man davon ausgehen, dass auch weitere Endrundenteilnehmer aus England, Frankreich, Polen und Spanien noch mit ihrer Mitwirkung in der BAROCKOPER:JUNG 2017 im Rahmen der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik prämiert werden. Die Jury unter dem Vorsitz des Direktors des Glyndebourne Opera Festivals, Sebastian F. Schwarz, und die Zuhörerinnen und Zuhörer im Tiroler Landeskonservatorium erlebten Freitagabend ein Finalkonzert auf einem durchgängig hohen Niveau mit charakteristischen und gesangstechnisch hochwertigen Leistungen.

Aus den über 150 Anmeldungen stellten sich schließlich 85 KandidatInnen aus 33 Nationen von fünf Kontinenten ab vergangenem Sonntag der Jury, der Arien aus 57 Barockopern von zwölf Komponisten geboten wurde. Sieger Morgan Pearse begeisterte im Finalkonzert mit einer Arie aus Händels Oper „Rinaldo“ und einer Pflichtarie aus Reinhard Keisers Oper „Octavia“, die kommendes Jahr bei den Festwochen als BAROCKOPER:JUNG aufgeführt wird. Sophie Rennert bestach mit dem Schlussgesang aus Purcells Oper „Dido and Aeneas“ und mit einer Arie aus Händels Oper „Serse“. Der Drittplatzierte Eric Jurenas bot Arien aus Händels „Giulio Cesare in Egitto“ und Porporas „Polifemo“ in perfekter Ausführung.

Der Jury gehörten neben Schwarz der Intendant der Innsbrucker Festwochen, Alessandro De Marchi, die Zürcher Operndirektorin Sophie Lint, der Casting Direktor der Zaterdag Matinee Amsterdam, Maurizio Fernández, der Pariser Künstleragent Paolo Monacchi, der Intendant des Aalto Theaters Essen, Hein Mulders und der Künstlerische Betriebsdirektor des Theaters an der Wien, Jochen Breiholz, an. Den Publikumspreis überreichte Barbara Achammer, die Präsidentin des Freundeskreises der Innsbrucker Festwochen.

Das Finalkonzert kann man hier in voller Länge ansehen.

 

 

Sturm, Drang und Aufklärung

René Jacobs im Gespräch mit Jan Vandenhouwe über die „Alceste“ von 1767

Foto: Molina

Christoph Willibald Gluck (1714–1787) gilt als wichtigster Erneuerer der Oper im 18. Jahrhundert. Mit „Orfeo ed Euridice“ (1762), „Alceste“ (1767) und „Paride ed Elena“ (1770), den Wiener „Reformopern“, die er zusammen mit dem italienischen Dichter und Librettisten Ranieri de’ Calzabigi (1714–1795) schrieb, brach er radikal mit der spätbarocken Opera seria. Für Gluck und Calzabigi war die „ernste Oper“ zu einem hohlen Spektakel verkommen – mit Kastraten und Star-Sängern, die das Publikum mit endlosen Koloraturen verblüffen wollten. Die Libretti waren nur Vehikel, um den Sängern die Möglichkeit zu geben, ihre Virtuosität zur Schau zu stellen. Die komplizierten Texte hatten neben einer Haupt- auch mehrere Nebengeschichten, in denen die Liebesabenteuer zahlreicher Nebenfiguren vorkamen. Weil die Star-Sänger exorbitant hohe Gagen verlangten, war darüber hinaus in den Opernproduktionen kein Budget für einen Chor übrig.

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Beglückende Musik bei den 53. Ambraser Schlosskonzerten

Arien für den Kaiser mit Valer Sabadus und Nuovo Aspetto.
Alfredo Bernardini und sein Ensemble Zefiro.
Julian Prégardien beglückte mit der Hamburger Ratsmusik.
Feinsinnige Klänge auf dem Cembalo: Andreas Staier.


Mit vier ausverkauften Ambraser Schlosskonzerten wurde das Jubiläum der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik standesgemäß eingeläutet. 

Der junge Countertenor Valer Sabadus eröffnete den Konzertreigen mit Arien von Antonio Caldara. Im zweiten Schlosskonzert kamen die Gäste in den Genuss eines der berühmtesten Werke für Bläser: Mozarts "Gran Partita", interpretiert vom Ensemble Zefiro unter der Leitung von Alfredo Bernardini. Mit Kantaten über das Glück sorgte der Tenor Julian Prégardien für Begeisterung, begleitet wurde er von der Hamburger Ratsmusik. Zum Abschluss ein weiterer Höhepunkt: Andreas Staier überzeugte mit seiner Interpretation von Bachs "Goldberg Variationen". Standing Ovations im Spanischen Saal!

 

 

Loriana Castellano übernimmt die Rolle der Fidalma

Die italienische Mezzosopranistin Loriana Castellano springt kurzfristig für Vesselina Kasarova in der Festwochen-Oper „Il matrimonio segreto“ ein.

Übernimmt die Rolle der Fidalma: Mezzosopranistin Loriana Castellano. (Foto: Nicola Petrara)

Mit Bedauern musste Vesselina Kasarova kurzfristig ihre Auftritte in der Produktion „Il matrimonio segreto“ absagen. Die Mezzosopranistin war für die Rolle der Fidalma in der diesjährigen Opern-Produktion der Festwochen besetzt. Grund für die Absage ist eine Verletzung, die sich die Sängerin zugezogen hat, nachdem zwei Unbekannte am späten Abend versuchten, ihre Handtasche zu entwenden. „Wir wünschen Frau Kasarova schnelle Genesung und hoffen, dass sie sich von diesem Vorfall bald erholen kann“, so Intendant Alessandro De Marchi und Betriebsdirektorin Eva-Maria Sens. Vesselina Kasarova ist inzwischen wieder zuhause in der Schweiz und auf dem Weg der Besserung: „Ich bedaure meinen Ausfall sehr und wünsche den Festwochen der Alten Musik weiterhin viel Erfolg“, so Kasarova, die über den Verletzungshergang keine weiteren Auskünfte geben möchte.

Loriana Castellano wird nun statt Vesselina Kasarova die Rolle der Fidalma in der Festwochen-Oper übernehmen. Die italienische Mezzosopranistin, die diese Rolle bereits mehrmals gesungen hat, kommt wie gerufen für Alessandro De Marchi: „Loriana passt perfekt in unsere Produktion. Es ist ein absoluter Glücksfall, dass sie so kurzfristig einspringen konnte. Sie ist bereits in den Probenbetrieb eingestiegen und ist eine ausgezeichnete Ergänzung für das Sänger-Ensemble.“ Castellano machte bereits in sehr jungen Jahre als Gewinnerin zahlreicher renommierter Gesangswettbewerbe auf ihre Stimme aufmerksam. Inzwischen konnte sie in Auftritten an großen Häusern von Monte Carlo bis zum Theater an der Wien überzeugen.

Die Oper „Il matrimonio segreto“ wird am 12., 14. und 16. August im Rahmen der 40. Innsbrucker Festwochen der Alten Musik im Tiroler Landestheater aufgeführt.

 

 

 

Concerto Mobile: Die Festwochen erobern die Stadt

Der Theaterwagen der Festwochen der Alten Musik tourt am 4. und 5. August durch Innsbruck. Mit Musik der Commedia dell'arte verwandelt das Ensemble „I Bassifondi“ die Straßen ins Venedig des 17. Jahrhunderts.

Wenn Theorbe, Chitarra und Perkussion unter freiem Himmel erklingen, wenn ein Countertenor stimmungsvolle Lieder aus dem alten Italien anstimmt, dann ist das Concerto Mobile in der Stadt. An zwei Tagen können Passantinnen und Passanten dem Theaterwagen folgen und den Musikern von „I Bassifondi“ lauschen. Mit Werken von Cavalli, Foscarini und Kapsberger lassen sie Musik aus Venedig, Rom und Florenz aus der Zeit der Commedia dell‘arte wieder aufleben. Das Concerto Mobile ist für Festwochen-Intendant Alessandro De Marchi „der ideale Einstieg in die Welt der Alten Musik. Wir gehen raus auf die Straßen, auf die Menschen zu. Es ist uns ein großes Anliegen, dass die ganze Stadt die Festwochen sehen und erleben kann.“

Unterstützt wird das Concerto Mobile, das für alle Zuhörer frei zugänglich ist, vom Stadtmarketing Innsbruck und von den Tiroler Raiffeisenbanken: „Als langjähriger Partner der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik können wir zur musikalischen Vielfalt in unserem Land beitragen. Das Concerto Mobile unterstützen wir auch heuer wieder, weil uns das Konzept besonders gut gefällt: Die Musik raus aus dem Konzertsaal zu den Menschen mitten in die Stadt bringen“, so Dr. Johannes Ortner, Sprecher der Raiffeisen Bankengruppe Tirol.

I BASSIFONDI: 
Simone Vallerotonda (Theorbe, Chitarra und musikalische Leitung),
Vincenzo Capezzuto (Countertenor),
Gabriele Miracle (Perkussion),
Josep Maria Martì-Duran (Colascione basso)

TERMINE (Spielzeit jeweils ca. 40 Minuten):

Do, 4. August 2016
11.00 Uhr - Goldenes Dachl
13.00 Uhr - Wiltener Platzl
16.00 Uhr - Waltherpark St. Nikolaus

Fr, 5. August 2016
10.00 Uhr - Heim St. Vinzenz*
12.30 Uhr - Kaufhaus Tyrol (Zusatztermin)
14.00 Uhr - Annasäule
19.00 Uhr - Franziskanerplatz

*Mutterhaus Barmherziger Schwestern / Heim St. Vinzenz Innsbruck, Rennweg 40

 

 

 

Kunst und Kultur für Jeden

Die Festwochen eröffnen auch dieses Jahr wieder sozial benachteiligten Menschen Zugang zu Alter Musik. Betriebsdirektorin Eva-Maria Sens übergab Teresa Waas von unicum:mensch Freikarten für die Festwochen.

Kunst und Kultur so vielen Menschen wie möglich zugänglich machen – das wollen auch die Innsbrucker Festwochen der Alten Musik. Daher unterstützen die Festwochen auch dieses Jahr wieder die Aktion „Hunger auf Kunst & Kultur", welche sozial benachteiligten Menschen mit Hilfe des „Kulturpasses" die Möglichkeit gibt, am kulturellen Leben teilzunehmen. Betriebsdirektorin Eva-Maria Sens übergab Teresa Waas von unicum:mensch Freikarten für die Opern und Konzerte der diesjährigen Festwochen.

Mehr Infos zum Kulturpass und einen Kontakt für Interessierte gibt es unter 
www.hungeraufkunstundkultur.at/tirol.html

 

 

 

Michael Köhlmeier als Festredner bei den Innsbrucker Festwochen

Foto: Peter-Andreas Hassiepen

Der österreichische Schriftsteller Michael Köhlmeier wird am 12. August auf Schloss Ambras eine Festrede bei der Eröffnung der 40. Innsbrucker Festwochen der Alten Musik halten.

Zum Jubiläum kehren die Innsbrucker Festwochen somit zu einer langjährigen Tradition zurück und eröffnen das Festival mit einem renommierten Festredner. Bereits vor mehreren Wochen konnte der Schriftsteller Michael Köhlmeier gewonnen werden, eine Rede zum aktuellen Motto „Tragicommedia“ zu halten. „Als Kenner der griechischen Mythologie war Michael Köhlmeier unser absoluter Wunschkandidat“, so der Festwochen-Intendant Alessandro De Marchi. „Wir freuen uns, dass zum 40-Jahr-Jubiläum eine der prägendsten Persönlichkeiten der österreichischen Kulturlandschaft die Festrede halten wird.“

Der gebürtige Vorarlberger Michael Köhlmeier ist ein vielseitig begabter Künstler, der auch mit großer Leidenschaft musiziert. Sein Werk umfasst Romane, Erzählungen, Theaterstücke und Drehbücher sowie ein Libretto zu einer Oper von Kurt Schwertsik. In der 80-teiligen Sendereihe „Mythen – Michael Köhlmeier erzählt Sagen des klassischen Altertums“ erzählte er im Fernsehsender BR-alpha griechische Sagen in freier und ganz persönlicher Interpretation. 2016 wurde Köhlmeier das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst verliehen.

Den offiziellen Eröffnungsakt der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik wird 2016 Tirols Landeshauptmann Günther Platter vornehmen.

 

 

 

Moriggl macht die Festwochen mobil

(Foto: Bruno König / eco.nova)

Seit mittlerweile sieben Jahren unterstützt das Autohaus Moriggl die Festwochen mit Fahrzeugen aus ihrem Fuhrpark, damit Künstler und Instrumente sicher an die Spielorte gelangen.

Festwochen-Betriebsdirektorin Eva-Maria Sens bedankt sich für die verlässliche Partnerschaft: "Wir freuen uns sehr über die langjährige Kooperation mit dem Autohaus Moriggl. Nicht nur unsere Fahrer sondern auch die Künstler der Festwochen wissen den Komfort und die Verlässlichkeit der Fahrzeuge zu schätzen".

Die Geschäftsführer von Moriggl, Florian und Philipp Lantos, sind ebenfalls erfreut: "Die Fahrzeuge werden oft in der Stadt gesehen und die Fahrer sind von den Qualitäten der Autos stets begeistert und erzählen das auch weiter."

 

 

 

Vertrag bis 2021 verlängert

Der Vertrag von Alessandro De Marchi als Intendant der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik wird ab 1. September 2017 für weitere vier Jahre verlängert.

„Das erneute Vertrauen ehrt mich und erfüllt mich mit großer Freude. Mit der Loyalität und Begeisterung des Publikums, dem Einsatz und den Fähigkeiten des gesamten Festwochen-Teams sowie der Unterstützung der Politik soll es jedes Jahr wieder ein wundervolles Festival geben, abwechslungsreich und spannend“, blickt De Marchi voraus. Unterstützung erhält er von Eva-Maria Sens, die als neue Betriebsdirektorin der Innsbrucker Festwochen zukünftig mit De Marchi für Planung und Durchführung der Festwochen verantwortlich sein wird: „Ich freue mich über die Verlängerung von Alessandro De Marchi. Gemeinsam wollen wir in den kommenden Jahren mit innovativen Programmen und spannenden Künstlerinnen und Künstlern die internationale Strahlkraft der Festwochen weiter ausbauen und dem Publikum unvergessliche Erlebnisse schenken.“

Alessandro De Marchi ist seit 2010 Künstlerischer Leiter der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik. Der Dirigent und Cembalist blickt auf sechs erfolgreiche Jahre zurück. Bereits am Beginn seines Engagements in Innsbruck hat er den Cesti-Gesangswettbewerb und die damit verbundene Barockoper-Jung für die Alte-Musik-Generation von morgen eingeführt. Mehrere der Preisträger haben inzwischen schon den Sprung auf die führenden internationalen Opernbühnen geschafft und kehren auch regelmäßig zu den Festwochen zurück. Alessandro De Marchi begeisterte in den vergangenen sechs Jahren das Publikum und die internationalen und österreichischen Medien mit szenischen Produktionen wie Pergolesis „L’Olimpiade“, Provenzales „La Stellidaura vendicante“, Telemanns „Flavius Bertaridus“ oder Porporas „Il Germanico“. Seine CD-Aufnahmen der Innsbrucker Produktionen von „L’Olimpiade“, „Flavius Bertaridus“ und „La Stellidaura vendicante“ wurden von den Fachmedien hochgelobt. In den bisherigen sechs Jahren unter der Leitung von De Marchi erreichten die Festwochen eine Besucherauslastung von durchschnittlich mehr als 95 Prozent.

In seinem ersten Jahr als Künstlerischer Leiter der Festwochen brachte Alessandro De Marchi mit der von den internationalen Medien als Glanzlicht gefeierte Oper „L’Olimpiade“ ein Meisterwerk der neapolitanischen Oper ins Spiel. Diese gemeinsam mit der venezianischen Oper bedeutendste Tradition der ersten Jahrhunderte der Operngeschichte wurde auch in den Folgejahren mit den Produktionen von „La stellidaura vendicante“ und „Il Germanico“ von Dirigent De Marchi bei den Festwochen berücksichtigt. „Il Germanico“ wurde als „Entdeckung des Jahres 2015“ für den „International Opera Award“ nominiert. Auch in Zukunft will De Marchi die neapolitanische Oper bei den Festwochen als einen der wesentlichen Stränge der Operngeschichte weiterverfolgen, dabei aber auch weiterhin den Blickwinkel auf die Gesamtentwicklung der Oper von ihren Anfängen bis in das Zeitalter des Belcanto Anfang des 19. Jahrhunderts weit fassen. Besonders in einer Zeit, in der Barockoper längst weltweit in den Spielplänen der Opernhäuser verankert ist, muss Innsbruck seine Rolle als Ort für Entdeckungen beibehalten. Staunte die Musikwelt in den vergangenen Jahren über Ausgrabungen wie Domenico Scarlattis „Narciso“ (mit Fabio Biondi und L’Europa Galante) und steht dieses Jahr überhaupt die Weltpremiere von „Le nozze in sogno“ des einstigen Innsbrucker Hofmusikers Pietro Antonio Cesti auf dem Programm, so plant De Marchi auch für die nächsten Jahre Raritäten wie etwa 2017 Reinhard Keisers „Octavia“ ein.

Wichtig sind dem Intendanten der Festwochen auch die Neubewertung von bereits etablierten Werken und die Betonung bisher in der Interpretation nicht beachteter Aspekte. So setzte De Marchi zum Beispiel Vivaldis Meisterwerk „Ottone in villa“ in einer Neuinterpretation von Il Giardino Armonico unter der Leitung von Giovanni Antonini an. „Auch die Alte Musik bleibt nicht stehen, sie befindet sich in einem ständigen Fluss. Hier müssen die Festwochen weiterhin eine Vorreiterrolle einnehmen“, sagt De Marchi, der seit seinem ersten Jahr als Künstlerischer Leiter unter anderem mit der Programmschiene „Open Mind“ eine Öffnung der Alten Musik und Erweiterung der Idee der historischen Aufführungspraxis vornimmt. Auch die Opernregie soll für De Marchi von historischer Rekonstruktion bis zu neuen Lesarten reichen. Auf Initiative von De Marchi gehen darüber hinaus mehrere beim Publikum überaus beliebte Opernintermezzi im Spanischen Saal von Schloss Ambras zurück, mit denen eine typische Musiktheaterpraxis der Barockzeit belebt wird.

Besonderes Augenmerk widmet De Marchi auch weiterhin der Einbeziehung der besten Tiroler MusikerInnen der Alten Musik und der Pflege von Werken, die in engem Zusammenhang mit der Tiroler Musikgeschichte stehen. In den vergangenen Jahren waren Tiroler Ensembles wie das Innsbrucker Trompetenconsort und das Vokalensemble NovoCanto sowie Peter Waldner, Margret Köll, Maria Erlacher oder Markus Forster als Solisten zu erleben. Die einst in Innsbruck uraufgeführte Hasse-Oper „Romolo ed Ersilia“ erlebte ihre Wiederentdeckung.

Bei all dem steht für Alessandro De Marchi stets die „Herzensbindung zur Musik der vergangenen Jahrhunderte und ihre Anbindung an unsere Zeit“ im Vordergrund. Dabei müsse für die Festwochen auch in Zukunft eine sorgfältige stilistische Auseinandersetzung auf der Grundlage historischer Fakten die oberste Maxime sein, so De Marchi.

Im August 2016 dirigiert Alessandro De Marchi die Opernkomödie „Il matrimonio segreto“ von Cimarosa, sowie Mozarts „Krönungsmesse“ im Stift Wilten. Außerdem hat er zum 40. Jubiläum der Festwochen seine Vorgänger René Jacobs („Alceste“) und Howard Arman („Introitus) eingeladen.

 

 

 

"Alceste" mit grandioser Sängerbesetzung

Mezzosopranistin Kristina Hammarström (Foto © Bäcker)

Eines der großen Highlights der 40. Innsbrucker Festwochen ist zweifellos die Rückkehr von René Jacobs mit Glucks "Alceste". Nun wurden auch die Sängerinnen und Sänger bekannt gegeben - und diese können sich sehen (und hören) lassen!

Die Titelrolle der Alceste hat die Sopranistin Birgitte Christensen übernommen. Am Beginn ihrer eindrucksvollen Karriere sang die Norwegerin am Tiroler Landestheater, es folgten umjubelte Auftritte an großen Opernhäusern wie der Semperoper Dresden, der Staatsoper Berlin und der Norwegischen Oper.

Auch die weiteren Rollen sind stark besetzt: Auf der Bühne stehen die Countertenöre Thomas Walker und Anicio Zorzi Giustiniani, die Mezzosopranistin Kristina Hammarström und der österreichische Bassbariton Georg Nigl, der 2015 von der Fachzeitschrift „Opernwelt“ zum Sänger des Jahres gekürt wurde.

Alle Infos zur Alceste gibt es hier.

 

 

Innsbrucker Festwochen trauern um Nikolaus Harnoncourt

Nikolaus Harnoncourt (Bildmitte, am Violoncello) und der Concentus Musicus bei einem ihrer 15 Ambraser Schlosskonzerte im Rahmen der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik. Zwischen 1971 und 1985 spielten Harnoncourt und das Wiener Originalklangensemble jeden Sommer ein Konzert im Spanischen Saal von Schloss Ambras Innsbruck. (Foto © Archiv der Innsbrucker Festwochen)

Der Pionier der Alten Musik prägte mit dem Concentus Musicus auch die Ambraser Schlosskonzerte – 15 Konzerte im Spanischen Saal

Bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik wurde mit Erschütterung und Trauer die Nachricht vom Ableben des österreichischen Musikers Nikolaus Harnoncourt aufgenommen. Der Pionier der Alten Musik hat auch in Innsbruck nachhaltig die historische Aufführungspraxis und eine lebendige musikalische Auseinandersetzung mit dem Originalklang geprägt. „Die Musikwelt verliert einen Musiker, der wie kein anderer die musikalische Interpretation unserer Zeit beeinflusst hat“, so der Künstlerische Leiter der Innsbrucker Festwochen, Alessandro De Marchi, „es gibt keine einzige musikalische Aufführung, die nicht von Harnoncourts Lesart der Musik und seinem Musizierstil geprägt ist. Für mich persönlich war Harnoncourt eine unendliche Quelle von Inspiration und er wird es durch seine Schriften und Aufnahmen immer bleiben. Seine Art zu musizieren, aber auch, was er uns allen gepredigt hat, wird uns sehr fehlen.“

Das Publikum der Ambraser Schlosskonzerte konnte Nikolaus Harnoncourt von 1971 an 15 Jahre hindurch als Violoncellist, Gambist und Leiter seines Ensembles Concentus Musicus erleben. „Die Innsbrucker Festwochen der Alten Musik sind tief betroffen vom Tod Nikolaus Harnoncourts. Er war ein unerschöpflicher Inspirationsquell für die gesamte Musikwelt und mit seinen Konzerten in Innsbruck ein Maßstäbe setzender Künstler der Festwochen. Sein musikalisches Vermächtnis wird auch von den Innsbrucker Festwochen nie vergessen werden“, so Festwochen-Geschäftsführer Markus Korselt im Namen des gesamten Festwochen-Teams.

1971 hat der Gründer und damalige Leiter der Ambraser Schlosskonzerte, Otto Ulf, Harnoncourt mit seinem Wiener Originalklangensemble erstmals in den Spanischen Saal eingeladen. Nikolaus Harnoncourt galt schon damals als einer der Pioniere der Alten Musik. Er erforschte seit den Jahren der Nachkriegszeit in Wien mit Gleichgesinnten Instrumentarien, Spielweisen und Musik von der Renaissance und des Barock. Legendär wurde ein Gambenquartett, das auf zum Teil umgebauten Instrumenten (eines davon wurde von Nikolaus Harnoncourt mit einem Basiliskenkopf statt der Schnecke versehen) Bachs „Kunst der Fuge“ aufführte.

In ihrem ersten Konzert in Innsbruck, am 26. Juli 1971, entdeckten Harnoncourt und der Concentus frühbarocke österreichische Musik für das Tiroler Publikum. Auf dem Programm standen Werke von Johann Josef Fux, Heinrich Ignaz Franz von Biber, Heinrich Schmelzer und Georg Muffat. Das Publikum der Schlosskonzerte hörte auch in den folgenden Jahren bis 1985 aufführungspraktisch und spieltechnisch interessante Details, aber vor allem die Leidenschaft Harnoncourts und seiner Mitmusiker für eine ausdrucksvolle Darstellung und Erfassung der Musik. Harnoncourt breitete mit dem Concentus im Spanischen Saal in eineinhalb Jahrzehnten eine beeindruckende Fülle an Repertoire des italienischen, französischen, englischen, deutschen und österreichischen Barock aus und prägte diese Konzertreihe durch seine lebendige, immer in neugieriger und forschender Bewegung sich befindende Spielweise, die auf die globale historische Aufführungspraxis ausstrahlte. Auch Johann Sebastian Bachs Musik brachte Harnoncourt in den Spanischen Saal. Unvergessen bleiben Aufführungen der „Brandenburgischen Konzerte“. Die Anteilnahme der Innsbrucker Festwochen gilt seiner Ehefrau und Mitstreiterin Alice Harnoncourt und der Familie.

Text: Rainer Lepuschitz




"Il Germanico" auf der Shortlist der International Opera Awards

Foto © Rupert Larl

Freudige Nachrichten haben uns erreicht: Die Innsbrucker Festwochen sind im Rennen um einen renommierten Opern-Award! Die Gewinner werden am 15. Mai 2016 in London gekürt.

Am 1. März 2016 wurden die Nominierungen der „International Opera Awards 2016“ von einer internationalen Jury rund um den Vorsitzenden John Allison (Chefredakteur Opera Magazin und Musikkritiker beim Daily Telegraph) bekannt gegeben. Zur großen Freude finden sich in der Kategorie „Wiederentdeckung eines Werks“ die Innsbrucker Festwochen der Alten Musik mit Nicola Porporas „Il Germanico“ wieder. Alessandro De Marchi sorgte letzten Sommer für großes Aufsehen, als er die Oper erstmals nach der Uraufführung vor fast 300 Jahren wieder auf die Bühne brachte. Die Aufführung stellte sich als voller Erfolg heraus - Publikum und Kritiker waren begeistert.

Die Nominierung für diesen international angesehenen Opern-Award sieht De Marchi als Bestätigung für die Arbeit des gesamten Festwochen-Teams: "Ich freue mich riesig! Wir sind auf dem richtigen Weg und werden unser Publikum auch in den nächsten Jahren immer wieder mit ganz besonderen Opern-Raritäten überraschen.“

Neben der musikalischen Leitung von Alessandro De Marchi, seinem Orchester Academia Montis Regalis, der Inszenierung von Alexander Schulin und dem Bühnen- und Kostümbild von Alfred Peter trug vor allem der prominent besetzte Sängercast rund um Patricia Bardon und David Hansen zum großen Erfolg bei.

Zu den 40. Innsbrucker Festwochen steht im kommenden Sommer eine vergnügliche, komische Oper auf dem Programm: "Il matrimonio segreto" (Die heimliche Ehe) von Domenico Cimarosa. Zu erleben am 12., 14. und 16. August im Tiroler Landestheater. Tickets gibt es bei Ö-Ticket, bei der Innsbruck Information, telefonisch unter +43 512 561561 oder online unter www.altemusik.at



Amor lauert bei den Festwochen

Kaum ein Tag wird im Festwochensommer vergehen, an dem wir nicht an das prickelnde Gefühl der Liebe erinnert werden. Ob in turbulenten Hochzeiten, heimlichen Ehen oder in der Sinnlichkeit der Musik: bei den 40. Innsbrucker Festwochen der Alten Musik lauert Amor hinter jeder Ecke!

In der Opernkomödie „Il matrimonio segreto“ („Die heimliche Ehe“) verliebt sich Graf Robinson in die Tochter des Kaufmanns Geronimo, diese ist jedoch dummerweise bereits heimlich mit einem jungen Buchhalter vermählt. Zu allem Überfluss schwärmt die Schwester von Geronimo für eben jenen Buchhalter, was die ganze Angelegenheit nicht einfacher macht. Aus dieser heiklen Ausgangslage heraus entwickelt sich eine turbulente Komödie voller Zufälle, Verquickungen und komischer Momente, die auch nach 200 Jahren nichts von ihrem Reiz eingebüßt haben.

Ebenso verzwickt geht es in „Le nozze in sogno“ („Die Hochzeit im Traum“) einher. Ein Kaufmann will seine Nichte aus wirtschaftlichen Gründen mit einem anderen Wohlhabenden vermählen. Das wissen aber zwei junge Schlitzohren zu verhindern, indem sie als Statuen verkleidet die Feierlichkeiten platzen lassen. Bei dem Versuch, die Kaufmannsnichte mit ihrem wirklichen Geliebten zu verheiraten, werden die Alten mit einem Rauschmittel in Halbschlaf versetzt. Was folgt: eine Hochzeit im Traum, ein Konflikt der Generationen und die Frage nach der wahren Liebe.

Auch in den Konzerten der Festwochen taucht die Liebe immer wieder auf: der Tenor Julian Prégardien singt im Ambraser Schlosskonzert „Fortuna Scherzosa“ von der Tugend, der Zufriedenheit und vom Glück (und Pech) in der Liebe und Giovanni Antonini feiert mit seinem Ensemble „Il Giardino Armonico“ den musikalischen Triumph der Sinnlichkeit über die pure Vernunft.



40. Innsbrucker Festwochen der Alten Musik

Man soll die Feste feiern, wie sie fallen. 2016 werden die Innsbrucker Festwochen der Alten Musik 40 Jahre jung. Grund genug für ein rundes Geburtstagsprogramm. Zum Jubiläum kommen alle Saiten der Musik aus Renaissance, Barock und Klassik zum Schwingen: Musik als Begleiter durch das Leben mit festlichen und besinnlichen Tönen zwischen Hell und Dunkel, Freud und Leid, Triumph und Trauer, Dur und Moll, Komödie und Tragödie. Tragicommedia.

Drei Hochzeiten und kein Todesfall im Opernprogramm. Zwei junge Menschen schließen heimlich den Bund fürs Leben und lösen damit größte Turbulenzen aus: Mit „Il matrimonio segreto“ von D. Cimarosa (Uraufführung 1792 in Wien) bringt der Künstlerische Leiter Alessandro De Marchi ein Paradestück der Opera buffa auf die Bühne. Geheiratet wird auch in „Le nozze in sogno“, einer Commedia civile, deren Vertonung erst jüngst von italienischen Musikwissenschaftlern als Werk des einstigen Innsbrucker Hofkomponisten P. A. Cesti erkannt wurde. Die Karnevalsoper handelt vom ewigen Generationenkonflikt, von der Verhinderung einer Heirat wider Willen und von einer gewollten Hochzeit, welche die Jugend trickreich gegen die ältere Generation durchsetzt. Ein Stoff wie geschaffen für die BAROCKOPER:JUNG. Ein glückliches Paar werden auch – nach zahlreichen Prüfungen – Tamino und Pamina in W. A. Mozarts Singspiel „Die Zauberflöte“, bei den Festwochen 2016 in einer historischen Version für kleines Ensemble als Kinderoper erlebbar. Diesen drei Hochzeiten steht eine Lebensrettung im letzten Moment gegenüber. In C. W. Glucks Oper „Alceste“ (Uraufführung 1767 in Wien) ist die Gattin eines Königs bereit, an seiner Stelle zu sterben. Sie wird aber von Gott Apollo aus dem Totenreich ins Leben zurückgeholt und mit ihrem Gatten wieder vereint. Die antike Tragikomödie mit Glucks klassischer Musik wird René Jacobs dirigieren, der von 1976 bis 2009 wesentliche Impulse bei den Festwochen gesetzt hat und der 2016 zurückkehrt.

Jubiläum 40 Jahre Festwochen. Jacobs war es auch, der 1976 die ersten Töne im ersten Konzert bei den Festwochen gesungen hat: eine Kantate des Wiener Hofmusikers Caldara. Der Festwochensommer 2016 beginnt dementsprechend mit Kantaten von Caldara, gesungen von Countertenor Valer Sabadus (19.07.). Das gesamte Programm des ersten Festwochenkonzertes 1976, das auch noch Werke von Bach, Händel und Couperin enthielt, wird im heurigen Jubiläumsjahr auf den Tag genau am 24.08. wieder geboten. Die im ersten Konzert 1976 vertretenen Komponisten finden sich im Jubiläumsprogramm ebenso mehrfach wieder wie auch die damals präsenten Instrumente Barockvioline, Viola da Gamba und Cembalo, denen 2016 Schwerpunktkonzerte mit dem Geiger Hiro Kurosaki, den Cembalisten Christophe Rousset und Andreas Staier und mit dem Gambenconsort Fretwork sowie mit Gambisten von Les Talens Lyrique gewidmet sind. Die Festwochen feiern mit KünstlerInnen, die hier schon viele Akzente gesetzt haben, wie Giovanni Antonini, Howard Arman, Alfredo Bernardini, Amandine Beyer, Donato di Stefano, Renato Girolami und Lawrence Zazzo.

„Theils ernsthafte, theils scherzende Oden“. So wie aus Telemanns Liedersammlung wird in den Jubiläumsfestwochen Musik zwischen sprühendem Witz und feierlichem Ernst zu hören sein: „Fortuna scherzosa“ mit der Hamburger Ratsmusik, „The Early Joke“ mit den Barokksolistene, das „Ende der Vernunft“ mit Il Giardino Armonico, Mozarts „Gran Partita“ mit Zefiro, die „Krönungsmesse“ unter De Marchis Leitung, „Dowlands Freuden und Leiden“ mit Lautenist Thomas Dunford und Musik an der Ebert-Orgel in der „Schwarzmanderkirche“ mit Wolfgang Mitterer.

 

 

 

ECHO Klassik für Alessandro De Marchi

Solistische Einspielung des Jahres

Rüdiger Lotter (Konzertmeister der Hofkapelle München, links) mit unserem Künstlerischen Leiter. (Foto © bvmi SINSSEY)

Der Künstlerische Leiter der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik, Alessandro De Marchi, bekam den ECHO Klassik 2015 in der Kategorie "Solistische Einspielung des Jahres (Gesang/Opernarien)" für die Aufnahme mit Valer Sabadus und der Hofkapelle München verliehen. Den Preis erhielten die Festwochenkünstler für das Album „Le belle immagini“, mit Arien aus Opern von Christoph Willibald Gluck und Antonio Sacchini.

Mehrere der auf der CD enthaltenen Arien durfte das Innsbrucker Festwochenpublikum im diesjährigen Sommer auch live im Riesensaal der Hofburg beim Konzert „Gala für Maria Theresia“ mit dem preisgekrönten Countertenor Valer Sabadus und der Hofkapelle München hören, darunter die Arie „Le belle imagini“. Sabadus war auch in den vergangenen Innsbrucker Festwochen mehrfach zu hören und zählt zu den absoluten Publikumslieblingen des Festivals.

 

 

 

Triumph für Innsbrucker Festwochen der Alten Musik

2015 mit vielen Höhepunkten und 99 Prozent Auslastung

 

„Il Germanico“ geriet „zum Triumph für alle – und zum glanzvollen Revival für den Komponisten Nicola Porpora“, schrieb die Süddeutsche Zeitung. „Die bald dreihundertjährige Musik wurde mit einer unglaublichen Spannkraft zum Leben erweckt“, berichtete die Neue Zürcher Zeitung über „Il Germanico“, „die Realisierung ist aufs Engste mit dem Charisma Alessandro De Marchis, seinem Barockorchester Academia Montis Regalis und den profiliertesten Sängerinnen und Sänger der Barockszene verbunden. Das lässt sich nicht kopieren.“ Die Frankfurter Allgemeine Zeitung schrieb: „Die Innsbrucker Festwochen haben ein Kleinod entdeckt: Die Oper ‚Il Germanico‘ von Nicola Porpora, nach 283 Jahren endlich wiederaufgeführt, entpuppt sich als großartiges Dacapo-Arien-Sängerfest.“ Dirigent der Oper und Künstlerischer Leiter der Innsbrucker Festwochen, Alessandro De Marchi, freut sich über den großen Erfolg: „Wir konnten die Begeisterung und Wärme, die uns das Publikum entgegengebracht hat, förmlich spüren. Das Ganze war nur möglich, weil alle an einem Strang gezogen haben und so viele Menschen unermüdlich bei der Realisierung und Umsetzung dieser fantastischen Produktion mitgeholfen haben.“

Die umjubelte Produktion von „Il Germanico“ krönte die an Höhepunkten reichen 39. Innsbrucker Festwochen der Alten Musik, die heute Freitag mit „Musik im Gottesdienst“ in der Stiftskirche Wilten zu Ende gehen. Standing Ovations und großen Jubel des Publikums gab es nicht nur für Alessandro De Marchi, Patricia Bardon und die weiteren Sängerinnen und Sänger in „Il Germanico“, sondern auch  für das Balthasar-Neumann-Ensemble, den Dirigenten Pablo Heras-Casado, die Hofkapelle München, die Gesangsstars Anna Prohaska, Valer Sabadus, Sunhae Im, Sandrine Piau, den Geiger Giuliano Carmignola, das Innsbrucker Trompeten-Consort, Les Paladins und viele mehr. Die drei Vorstellungen der völlig unbekannten Oper „Il Germanico“ erbrachte eine für eine solche Rarität großartige Auslastung von 97 Prozent. 

Die Gesamtauslastung der Festwochen 2015 betrug 99 Prozent. Festwochen-Geschäftsführer Markus Korselt: „Wir freuen uns sehr über diese außergewöhnlich erfolgreichen Festwochen und danken unserem wunderbaren Publikum und allen, die auf und hinter der Bühne zu diesem Erfolg beigetragen haben.“

Enorm war auch das Interesse der nationalen und internationalen Medien: 88 Journalistinnen und Journalisten aus 16 Nationen berichteten von den Innsbrucker Festwochen 2015. 61 Printmedien, 32 Online-Magazine und Blogs und 16 Radio- und TV-Stationen berichteten über die vom Publikum frenetisch beklatschten Opernaufführungen und Konzerte. Einen Aufschwung erlebten die Social-Media-Kanäle der Festwochen mit derzeit 2.715 „Gefällt mir“-Angaben auf der Facebook Seite und 2.785 Follower auf Twitter. Die Videos des Youtube-Channels wurden im Jahr 2015 bereits 37.137 Mal aufgerufen.    

Der 6. Internationale Gesangswettbewerb für Barockoper Pietro Antonio Cesti im Rahmen der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik 2015 brachte einen Sieg der französischen Altistin Anthea Pichanick und eine laut Alessandro De Marchi noch nie dagewesene Leistungsdichte und Qualität. Insgesamt stellten sich in diesem Jahr beim bedeutendsten Barockopern-Wettbewerb an vier Wettbewerbstagen 67 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 26 Nationen der internationalen Jury.

Zu den 8.588 BesucherInnen der Konzerte und Opern kamen zum Schlossfest Ambras und zu den Gratisveranstaltungen „Concerto mobile“, „Musik im Gottesdienst“, „Mit Pauken und Trompeten“  und den „Lunchkonzerten“ ca. 12.150 BesucherInnen und ZuhörerInnen. Die Gesamtbesucherzahl bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik 2015 beträgt damit rund 20.700 Personen. 

Die 40. Innsbrucker Festwochen der Alten Musik beginnen am 19. Juli 2016 mit dem ersten Ambraser Schlosskonzert und enden am 26. August 2016. Der Kartenverkauf für die Saison 2016 beginnt im November 2015.


 

 

 


 

Französische Altistin gewinnt Cesti-Wettbewerb 2015

Anthea Pichanick siegte vor dem ukrainischen Countertenor Konstantin Derri und der italienischen Sopranistin Alice Rossi.

Anthea Pichanick, 29-jährige Altistin aus Frankreich, gewinnt den 6. Cesti-Gesangswettbewerb (Foto © Andrea Hadringer)

Die 29-jährige Französin Anthea Pichanick wurde von der Jury zur Siegerin des 6. Internationalen Gesangswettbewerbs für Barockoper Pietro Antonio Cesti gekürt. Sie erhielt Dienstag Abend im Finalkonzert den mit 4.000 Euro dotierten 1. Preis. Die Altistin überzeugte mit einer Arie des Flammiro aus der Oper „Le nozze in sogno“ von Pietro Antonio Cesti und mit der Arie „Sorge l’irato nembo“ des Orlando aus der Oper „Orlando Furioso“ von Antonio Vivaldi. Anthea Pichanick wurde auch mit dem Sonderpreis für einen Konzertauftritt im Rahmen des Alte-Musik-Festivals „Resonanzen“ im Wiener Konzerthaus ausgezeichnet. Die französische Sängerin ist Meisterschülerin von Montserrat Caballé.

Der mit 3.000 Euro dotierte 2. Preis ging an den 28-jährigen Countertenor Konstantin Derri aus der Ukraine, der im Finalkonzert nach einer Pflichtarie aus Cestis Oper die Arie „Venti, turbini, prestate“ des Rinaldo aus Händels gleichnamiger Oper zum Besten gab. Konstantin Derri war 2014 bereits Preisträger des Ferruccio Tagliavini-Wettbewerbs  in Italien und hat bereits Auftritte an Opernhäusern in Hamburg und Kiew hinter sich. 

Den 3. Preis (2.000 Euro) erhielt die 23-jährige italienische Sopranistin Alice Rossi, die nach einer Arie aus Cestis Oper „Le nozze in sogno“ ebenfalls mit einer Arie aus „Rinaldo“ zu hören war, „Molto voglio, molto spero“ der Armida. 

Die Wahl der Zuhörerinnen und Zuhörer im Tiroler Landeskonservatorium ging gleichfalls an eine italienische Sopranistin, die 28-jährige Arianna Venditelli, der der mit 1.000 Euro dotierte Publikumspreis verliehen wurde. Sie sang nach einer Arie aus der Cesti-Oper „Le nozze in sogno“ die Arie „Non potrà dirmi ingrata“ der Angelica aus Händels Oper „Orlando“. Der 27-jährige Bassbariton Matteo Loi wurde mit zwei Sonderpreisen ausgezeichnet: einem Engagement für eine Opernproduktion am Theater an der Wien und für ein Konzert des Festivals „Winter in Schwetzingen“.  

„Die Entscheidung für die Jury war noch nie so schwierig wie heuer“, stellte Alessandro De Marchi, der künstlerische Leiter der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik und Initiator des Wettbewerbs, nach dem spannenden Wettsingen fest, „denn das Niveau des Wettbewerbs war extrem hoch und die Kanditaten lagen mit ihren Leistungen ganz eng beisammen.“ Auch Jury-Vorsitzender Sebastian Schwarz sprach „von einer enorm ausgeglichenen Leistungsdichte des Teilnehmerfeldes. Das hohe Niveau war auf wesentlich mehr Sängerinnen und Sänger ausgebreitet als etwa im vergangenen Jahr.“ 

Insgesamt stellten sich in diesem Jahr beim bedeutendsten Barockopern-Wettbewerb an vier Wettbewerbstagen 67 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 26 Nationen der internationalen Jury. Der Jury gehörten neben Schwarz und De Marchi auch Sophie de Lint, die Direktorin der Zürcher Oper, Sophie Joyce von der English National Opera, die beiden deutschen Operndirektoren Heribert Germeshausen (Heidelberg) und Michael  Fichtenholz (Staatstheater Karlsruhe und Händel-Festspiele Karlsruhe), Pål Moe (Bayerische Staatsoper München und Glyndebourne Opera Festival) und der Künstlermanager Eitan Sorek an.

Nicht nur großartige Stimmen wurden im Finalkonzert entdeckt, sondern auch eine neue Oper des einstigen Innsbrucker Hofmusikers Pietro Antonio Cesti. Die komische Oper „Le nozze in sogno“, aus der alle Wettbewerbskanditaten Ausschnitte sangen, wurde erst vor kurzem von italienischen Musikforschern zweifelsfrei als Werk Cestis erkannt. Bisher galt der Komponist des Werkes als anonym. „Le nozze in sogno“ wird im kommenden Jahr in Innsbruck als BAROCKOPER:JUNG aufgeführt, deshalb befanden sich Arien daraus bereits heuer im Pflichtprogramm des Wettbewerbs. Aus dem Teilnehmerfeld des Wettbewerbs wird im kommenden Jahr die Besetzung der „neuen“ Cesti-Oper gebildet. 

 

Alessandro De Marchi gab während der Preisverleihung auch bereits das Pflichtprogramm für den 7. Cesti-Wettbewerb im kommenden Sommer bekannt: die deutsch-italienisch-sprachige Barockoper „Octavia“ des Hamburger Opernkapellmeisters Reinhard Keiser, die dann 2017 als BAROCKOPER:JUNG aufgeführt werden wird.

 

 

Echo Klassik 2015 für Künstler der Innsbrucker Festwochen

Valer Sabadus, Alessandro De Marchi und die Hofkapelle München erhielten den Preis für die beste Opernarien-Einspielung des Jahres

Gleich vier Musiker, die heuer bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik auftraten, sowie ein diesjähriges Festwochen-Ensemble wurden am Montag als Preisträger des Jahres 2015 der angesehenen Auszeichnung „ECHO Klassik“ für die besten CD-Einspielungen bekannt gegeben: Alessandro De Marchi, Valer Sabadus, Dorothee Oberlinger und Pablo Heras Casado sowie die Hofkapelle München.

Für die beste Opernarien-Einspielung des Jahres 2015 wurden der Countertenor Valer Sabadus, der Dirigent und künstlerische Leiter der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik, Alessandro De Marchi, und die Hofkapelle München mit dem deutschen Schallplattenpreis „ECHO Klassik“ ausgezeichnet. Den Preis erhielten die Festwochenkünstler für das Album „Le belle immagini“. Valer Sabadus singt unter der Leitung von De Marchi und begleitet von der Hofkapelle München Arien aus Opern von Christoph Willibald Gluck und Antonio Sacchini.

Mehrere der auf der CD enthaltenen Arien durfte das Innsbrucker Festwochenpublikum im diesjährigen Sommer auch live im Riesensaal der Hofburg beim Konzert „Gala für Maria Theresia“ mit dem preisgekrönten Sänger und der Hofkapelle München hören, darunter die Arie „Le belle imagini“. Valer Sabadus war auch in den vergangenen Innsbrucker Festwochen mehrfach zu hören und zählt zu den absoluten Publikumslieblingen des Festivals. Auch die Hofkapelle München war vor ihrem diesjährigen Konzert bereits 2014 mit einem Kammerkonzert zu hören.

„Der Preis ist eine hochkarätige Bestätigung für die großartige Arbeit, die Alessandro De Marchi bei der Erschließung von Opernmusik in historischer Aufführungspraxis leistet“, freut sich Festwochen-Geschäftsführer Markus Korselt über die Auszeichnung des künstlerischen Leiters der Festwochen.

Zwei weitere Künstler, die heuer bei den Festwochen zu erleben waren, wurden mit einem „ECHO Klassik“ ausgezeichnet, wie das Wettbewerbskomitee am 24. August bekannt gab. Die Blockflötistin Dorothee Oberlinger erhielt den Preis für ihre Aufnahme „The passion of Musick“ in der Kategorie „Kammermusikeinspielung 17. und 18. Jahrhundert“. Dorothee Oberlinger war heuer in Innsbruck im Spanischen Saal von Schloss Ambras in dem Konzert „Klingende Porträts“ zu hören.

Der Dirigent Pablo Heras-Casado, der vor wenigen Tagen bei den Festwochen in der Stiftskirche Wilten das Balthasar-Neumann-Ensemble und den Balthasar-Neumann-Chor mit Motetten nach Texten aus dem Hohelied der Liebe dirigierte, erhielt den Preis in der Kategorie „Konzerteinspielung des Jahres“ für die von ihm dirigierte Aufnahme von Schumanns Violinkonzert in historischer Aufführungspraxis mit der Geigerin Isabelle Faust und dem Freiburger Barockorchester.

 

Die Preisverleihung findet 18. Oktober im Konzerthaus Berlin statt.

 

 

Die Welt der Alten Musik trauert um Alan Curtis

Innsbrucker Festwochen der Alten Musik widmen das nächste Ambraser Schlosskonzert am 23. 7. 2015 und die BAROCKOPER:JUNG 2016 dem Andenken von einem ihrer treuesten Künstler.

Der amerikanische Cembalist, Dirigent und Musikforscher Alan Curtis ist am 15. Juli 2015 völlig unerwartet im Alter von 80 Jahren in seiner Wahlheimatstadt Florenz gestorben. Die Innsbrucker Festwochen der Alten Musik verlieren mit ihm einen ihrer treuesten Künstler und Musiker.

Bis zuletzt war Alan Curtis für die Festwochen tätig. Er bereitete für die Jubiläums-Festwochen 2016 (40 Jahre) die Oper „Le nozze in sogno“ vor, die erst vor kurzem als Werk des einstigen Innsbrucker Hofmusikers Pietro Antonio Cesti  erkannt wurde. Alan Curtis hätte das Werk als Produktion der BAROCKOPER:JUNG 2016 dirigieren sollen. Deshalb war er auch heuer als Jurymitglied im Internationalen Cesti-Gesangwettbewerb in Innsbruck vorgesehen, um auch Sängerinnen und Sänger für die nächstjährige Opernproduktion zu entdecken. Alan Curtis hat für dieses Jahr noch das komplette Wettbewerbsprogramm aus der Oper „Le nozze in sogno“ vorbereitet. Der Künstlerische Leiter der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik, Alessandro De Marchi, zeigt sich tief erschüttert über den plötzlichen Tod seines Kollegen und Vorbildes. De Marchi und der Geschäftsführer der Festwochen, Markus Korselt, betonen, dass sie „Alan Curtis‘ Opernentdeckung von Cesti unbedingt im Programm 2016 behalten wollen und die Produktion dem Andenken an diesen unvergleichlichen Musiker widmen werden“.

Alan Curtis trat bereits im allerersten Konzert der Innsbrucker Festwochen auf. Am 22. August 1976 spielte er Cembalo in einem Kammerkonzert gemeinsam mit René Jacobs (Countertenor), Lucy van Dael (Barockvioline) und Wieland Kuijken (Viola da Gamba).  Auf dem Programm standen damals auch drei Arien aus Opern von Georg Friedrich Händel. Alan Curtis hat besonders in der Erforschung und praktischen Aufführung von Opern Händels Unschätzbares geleistet. So war er der erste, der die historische Besetzung des Händelschen Opernorchesters rekonstruierte. Curtis‘ Einsatz ist maßgeblich die Renaissance von Händel als Opernkomponist zu verdanken. Aber auch der venezianischen Oper von Monteverdi bis Cesti galt Curtis‘ unermüdlicher Einsatz, darüber hinaus leitete er auch viele weitere Werke der Barockoper. Bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik dirigierte Alan Curtis 1980 die erste Innsbrucker Produktion von Monteverdis „L’incoronazione die Poppea“ mit dem von Curtis gegründeten Originalklangensemble Il Complesso Barocco. 1981 entdeckte er in Innsbruck für die Welt der Alten Musik die Oper „Il Sant’Alessio“ von Stefano Landi. 1982 brachte Curtis Händels „Ariodante“ bei den Festwochen heraus. Dies war seine erste Opernproduktion Händels in Innsbruck. Das Oratorium „Susanna“ von Händel dirigierte Curtis bereits bei den Festwochen 1979.

1983 betreute Alan Curtis bei den Festwochen die Wiederentdeckung von Cestis Oper „Il Tito“ und verhalf dem Werk zu einem sensationellen Erfolg. Vier Jahre später brachte er mit „Semiramide“ ein weiteres Opernwerk Cestis auf die Innsbrucker Festwochenbühne. In den Jahren dazwischen leitete Curtis Händels „Rodrigo“ (1984) und Glucks „Armide“ (1985). 1992 ließ Curtis eine weitere, Aufsehen erregende Wiederentdeckung folgen: „San Giovanni Battista“ von Alessandro Stradella. Damals dirigierte Curtis das Ensemble I Sonatori de la Gioiosa Marca.  

Noch vor den Innsbrucker Festwochen trat Alan Curtis mehrfach bei den Ambraser Schlosskonzerten in Erscheinung, in deren Rahmen er 1973, 1974 und 1975 als Cembalist zu hören war. Curtis war der ersten Cembalist im 20. Jahrhundert, der Werke von Louis Couperin in originaler Aufführungspraxis spielte. Die Festwochen bewahren Curtis auch als Dozent bei der Sommerakademie für Alte Musik in dankbarer Erinnerung.

 

Alan Curtis, der 1934 in Michigan/USA geboren wurde, war ein Schüler von Gustav Leonhardt am Sweelinck Konservatorium Amsterdam. Über die Orgelmusik von Sweelinck dissertierte Curtis 1960 an der University of Illinois. 

 

 

 

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