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Innsbrucker Festwochen erneut für internationalen Opern-Award nominiert

„Le nozze in sogno“ im Rennen um „Wiederentdeckung des Jahres“.

Foto: Rupert Larl /Innsbrucker Festwochen der Alten Musik

Am Freitag, 3. Februar, verkündete die namhafte Jury rund um ihren Vorsitzenden John Allison die Nominierungen der International Opera Awards 2017. Aus den laut Veranstalter insgesamt über 20.000 Einsendungen landeten die Innsbrucker Festwochen der Alten Musik mit ihrer Wiederentdeckung „Le nozze in sogno“ unter den fünf Finalisten der Kategorie „Rediscovered Work“. Die Oper, die erst kürzlich dem Innsbrucker Hofkomponisten Pietro Antonio Cesti zugeordnet werden konnte, führten die Festwochen im Rahmen der BAROCKOPER:JUNG auf. Für Alessandro De Marchi, der dieses Konzept in Verbindung mit dem Cesti-Gesangswettbewerb 2010 ins Leben gerufen hat, eine besondere Auszeichnung: „Die BAROCKOPER:JUNG ist eine Erfolgsgeschichte! Junge Sängerinnen und Sänger aus der ganzen Welt kommen zu unserem Gesangswettbewerb nach Innsbruck und erobern von hier aus die großen Opernbühnen. Ehemalige Cesti-Preisträger wie Rupert Charlesworth, Christina Gansch oder Emöke Baráth haben inzwischen längst im internationalen Operngeschehen Fuß gefasst.“

Die drei Aufführungen von „Le nozze in sogno“ im August 2016 konnten beim Publikum und den Kritikern vor allem durch die bunte, vergnügliche Inszenierung von Alessio Pizzech, die herausragenden gesanglichen Leistungen und die Musik Cestis punkten. Das Ensemble Innsbruck Barock, zusammengesetzt aus StudentInnen der Universität Mozarteum unter der Leitung von Enrico Onofri, spielte „mit lustvoller Verve, energetischer Präsenz und überzeugender Akkuratesse“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung). „Mit der Wiedererweckung dieser Preziose hat das Innsbrucker Festival nicht zum ersten Mal die Schatzgräber-Rolle übernommen“, spendete auch die Süddeutsche Zeitung Beifall. Bereits im Vorfeld sorgte die Produktion für Aufsehen, sollte doch der im Juli 2015 verstorbene Musikwissenschaftler und langjähriger Wegbegleiter der Innsbrucker Festwochen, Alan Curtis, die Oper dirigieren. „Alan war maßgeblich an diesem Erfolg beteiligt“, betont Alessandro De Marchi. „Sollten wir den Award tatsächlich gewinnen, gehört dieser auch Alan Curtis.“

Nach „Il Germanico“ dürfen sich die Innsbrucker Festwochen der Alten Musik nun zum zweiten Mal in Folge über eine Nominierung bei den International Opera Awards freuen. „Wir brauchen den internationalen Vergleich nicht zu scheuen“, bekräftigt Festwochen-Betriebsdirektorin Eva-Maria Sens. „Dass wir bei der Nominierung in einem Atemzug mit der Mailänder Scala und der Komischen Oper Berlin genannt werden, ist eine schöne Anerkennung und eine zusätzliche Motivation für unsere Arbeit.“

Auch 2017 kann das Publikum eine selten gespielte Produktion bei der BAROCKOPER:JUNG erleben: „Die römische Unruhe, oder Die edelmütige Octavia“ von Reinhard Keiser wird am 22., 25. und 26. August im Innenhof der Theologischen Fakultät aufgeführt. Die Sängerbesetzung besteht ausschließlich aus Teilnehmern des Cesti-Wettbewerbs 2016.

 

 

 

„Die Liebe, sprach sie…"

Innsbrucker Festwochen der Alten Musik 2017

450 Jahre Monteverdi
Der am 15. Mai 1567 in Cremona getaufte Claudio Zuan Antonio Monteverdi hat wie kaum ein anderer Komponist die abendländische Musikkultur beeinflusst. Allein seine „Erfindung“ des Basso ostinato wirkt sich bis hin zum Jazz und Rock aus und seine Opern prägten nachhaltig die Entwicklung des Musiktheaters. Seit im Jahr 1977 der von John Eliot Gardiner geleitete Monteverdi Choir bei der damaligen Innsbrucker Festwoche der Alten Musik Madrigale Monteverdis sang, ist die Musik des Komponisten kontinuierlich und eng mit dem Festival verknüpft. Die erste szenische Aufführung einer Barockoper im Rahmen der Festwochen war 1980 Monteverdis „L’incoronazione di Poppea“ (Musikalische Leitung: Alan Curtis). Im Monteverdi-Jahr 1993 – 350. Todestag – leitete René Jacobs Aufführungen von Monteverdis Oper „Il ritorno d’Ulisse in patria“. Als Cembalist im Opernorchester Concerto Vocale wirkte damals Alessandro De Marchi erstmals bei den Innsbrucker Festwochen mit. Dieselbe Oper wird der heutige Intendant des Festivals im Monteverdi-Jahr 2017 – 450. Geburtstag – bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik dirigieren. Die Produktion aus Oslo von Den Norske Oper & Ballett bringt in der Regie von Ole Anders Tandberg einige der führenden SpezialistInnen im Barockopernfach auf die Innsbrucker Festwochenbühne: den Tenor Kresimir Spicer in der Titelpartie, die Mezzosopranistin Christine Rice als Penelope, den Countertenor David Hansen als Ulisses Sohn Telemaco, die Sopranistin Nina Bernsteiner als Giuno und L’Amore, die Mezzospranistin Ann-Beth Solvang als Minerva und Fortuna und den Tenor Jeffrey Francis als Eumaio.


Im Tonfall der Liebe
Auch im Konzertprogramm der Festwochen 2017 steht „Jubilar“ Monteverdi im Mittelpunkt. Rinaldo Alessandrini wird mit seinem Ensemble Concerto Italiano Monteverdis epochales Sakralmusikwerk der „Marienvesper“ aufführen. Den Reigen der Ambraser Schlosskonzerte eröffnen die österreichische Lautenistin Christina Pluhar und ihr Ensemble L’Arpeggiata mit dem Programm „Teatro d’Amore“. Dieses fokussiert Monteverdis, hauptsächlich am Hof des Fürsten Gonzaga in Mantua komponierte, weltliche Madrigale. Mit Monteverdi kam ein neuer Tonfall der Liebe und Leidenschaft in die Musik, zu hören in der Vesper der Heiligsten Jungfrau ebenso wie in den Arien der Penelope oder den berühmten Lamenti. Die ersten Worte des „Lamento della Ninfa“ begleiten im übertragenen Sinn als Leitmotiv die Mitwirkenden und das Publikum durch die Innsbrucker Festwochen 2017: „Die Liebe, sprach sie …“


Frauengestalten, Musikerinnen und Heldinnen
Damit rücken mutige Opernheldinnen und heilig Trösterinnen, legendäre Frauengestalten der Mythologie und beseelte Musikerinnen von einst und heute in den Mittelpunkt des Festivalprogramms. Der Mutter Gottes gewidmet sind auch die ersten erhaltenen Marienvespergesänge aus dem Mittelalter, die mit dem Ensemble Mala Punica zu hören sein werden („Jubila Faventina“ am 19.08.), aber auch Gesänge der islamischen Religion, die von der muslimischen Sängerin Yasemin Sannino in einem „Open Mind“-Konzert gesungen werden („Alba Maryam“ am 16.08.). Alessandro De Marchi wird im Innsbrucker Dom Alessandro Stradellas Oratorium „San Giovanni Battista“ dirigieren und damit 25 Jahre nach der bisher letzten Festwochen-Aufführung ein dramatisches Sakralmusikwerk aufgreifen, in dem die Figur der Salome geradezu opernhaft das Geschehen dominiert. Eine Berühmtheit im norditalienischen Musikleben zur Mitte des 17. Jahrhunderts war die Komponistin und Sängerin Barbara Strozzi, eine Schülerin von Monteverdis Nachfolger Francesco Cavalli, der ebenso ein Festwochenkonzert gewidmet sein wird („Spiegelbild der Liebe“ am 01.08.) wie Bachs zweiter Ehefrau und Muse, der Sängerin Anna Magdalena Bach („Bach und seine Muse“ am 17.08.).


Octavia und Pygmalion
Beeindruckende Frauengestalten stehen auch in den beiden weiteren szenischen Opernproduktionen des Festwochensommers 2017 im Mittelpunkt der Handlungen: Neros Ehefrau Octavia in Reinhard Keisers Hamburger Opernerfolg „Die römische Unruhe, oder Die edelmütige Octavia“, eine vollständig mit SängerInnen des Cesti-Wettbewerbs 2016 besetzte Produktion der BAROCKOPER:JUNG, sowie die zum Leben erwachte, modellierte Muse des Künstlers Pygmalion in der gleichnamigen Ballettoper des französischen Komponisten Jean-Philippe Rameau, mit der Christophe Rousset mit dem Ensemble Les Talens Lyriques erstmals bei den Festwochen als Operndirigent zu erleben sein wird. Monteverdis Ursprünge in der Renaissance werden im Festwochenprogramm 2017 ebenso hörbar wie seine Ausstrahlung bis in die Musik des Spätbarock.


Festtag für Ferdinand
Nicht nur der 450. Geburtstag Monteverdis wird gefeiert, sondern auch der 450. Jahrestag vom Einzug Erzherzog Ferdinands II. in Innsbruck als Herrscher Tirols. Eigens an einem Festtag für Ferdinand erklingen mit dem Ensemble Cinquecento Madrigale und Motetten von Komponisten, die dem Regenten Musiksammlungen widmeten (wie Andrea Gabrieli) und mit ihm in enger Verbindung standen (Orlando di Lasso). An der Renaissanceorgel „Organo di legno“, die mit Ferdinands zweiter Ehefrau Anna Caterina Gonzaga aus Italien nach Innsbruck kam, wird Peter Waldner Musik aus Ferdinands Zeit spielen, die Szenen aus dem Leben eines Barockfürsten illustrieren. 


Virtuosen der Alten Musik
Auf den Flügeln Amors werden bei den Festwochen 2017 weitere Interpretinnen wie die Sängerinnen Arianna Vendittelli, Suzanne Jerosme, Mariana Florès, Nuria Rial und Sophie Rennert sowie die Geigerinnen Isabelle Faust und Veronika Skuplik zu erleben sein. Mit den Flötisten Maurice Steger und Pedro Memelsdorff und dem Cellisten Marco Ceccato kommen Virtuosen der Alten Musik nach Innsbruck. Als Ensembles treten außerdem die Academia Montis Regalis, die Company of Music, das Marini Consort Innsbruck, Musica Antiqua Latina und die Akademie für Alte Musik Berlin auf.

 

 

 

Musik kann viel bewirken

Festwochen-Benefizkonzert bringt 3.600 Euro für Musiktherapie traumatisierter Kinder.

Mit einem Benefizkonzert in der Stiftskirche Stams wurden im vergangenen August die 40. Innsbrucker Festwochen der Alten Musik feierlich eingeläutet. Über 100 Tiroler Musikerinnen und Musiker begeisterten und berührten das Publikum unter der musikalischen Leitung von Howard Arman mit Werken aus dem Stamser Musikarchiv. Das Konzert stand ganz im Zeichen des guten Zwecks: Der Eintritt war kostenlos, freiwillige Spenden wurden erbeten.

Im Namen aller Beteiligten überbrachte Festwochen-Betriebsdirektorin Eva-Maria Sens nun den Spendenerlös in Höhe von 3.600 Euro den Tiroler Sozialen Diensten. „Es ist schön zu sehen, was Musik alles bewirken kann“, so Sens. „Der Dank gilt dem spendenfreudigen Publikum und allen engagierten SängerInnen und MusikerInnen, die auf ihre Gage verzichtet und dieses Projekt so erst möglich gemacht haben“.

Die Spenden sollen der Musiktherapie für traumatisierte Kinder zugutekommen. Eine enorm wichtiger Bereich, wie Soziallandesrätin Christine Baur bestätigt: „Musik ist eine Sprache, die zur Heilung beitragen kann und uns alle verbindet. Gerade die Alte Musik vereint Einflüsse aus vielen unterschiedlichen Kulturkreisen und auch die Künstlerinnen und Künstler, die am Benefizkonzert in der Stiftkirche Stams mitgewirkt haben, kamen aus den unterschiedlichsten Chören und Ensembles. Dies stellt einmal mehr unter Beweis, dass Vielfalt bereichert.“

 

 

 

„Diapason découverte“ für Alessandro De Marchi

Innsbrucker Festwochen erhalten begehrten Schallplattenpreis für „La clemenza di Tito“.

Die Innsbrucker Festwochen der Alten Musik dürfen sich über eine bedeutende Auszeichnung freuen: Die im Juli 2016 auf CD veröffentlichte Aufnahme von Mozarts „La clemenza di Tito“, aufgezeichnet 2013 bei den Festwochen in Innsbruck, wurde vom französischen Fachmagazin Diapason in der aktuellen November-Ausgabe mit dem „Diapason decouverte“ ausgezeichnet. Alessandro De Marchi sorgte 2013 für Aufsehen, als er für die Aufführung bei den Festwochen die Wiener Fassung der Oper von 1804 wählte. Damit präsentierte er den „Tito“ so, wie er Anfang des 19. Jahrhunderts in den großen Häusern vom Wiener Hoftheater über die Mailänder Scala gespielt wurde, und Mozart einige Jahre nach seinem Tod populär machte. Diese Fassung ist als CD-Aufnahme eine einmalige Dokumentation.

Für den Intendanten der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik reiht sich der Preis nahtlos in die Auszeichnungen der letzten Jahre ein: Seine Produktion der Oper „Il Germanico“ bei den Festwochen 2015 wurde als „Entdeckung des Jahres“ für den „International Opera Award“ nominiert. 2015 erhielt die von Alessandro De Marchi dirigierte CD-Produktion „La belle immagini“ (Label Sony Classical) mit dem Countertenor Valer Sabadus und der Hofkapelle München außerdem einen „ECHO Klassik“.

„La clemenza di Tito“ mit Carlo Allemano, Nina Bernsteiner, Kate Aldrich, Ann-Beth Solvang u. a. ist bei „cpo“ erschienen und im Fachhandel erhältlich.

  

Das "Ohr der Festwochen"

Bernhard Fleig ist sozusagen das "Ohr der Festwochen": Seit 1999 stimmt er jedes Jahr die Tasteninstrumente bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik. Im Gespräch mit Rainer Lepuschitz (aufgezeichnet im vergangenen Sommer) gibt uns Bernhard Fleig spannende Einblicke in seine Arbeit und verrät seine schönsten Anekdoten bei den Festwochen:

Jubiläum der „Klangschatzgräber“ ein voller Erfolg

Tausende Besucher strömten zu den 40. Festwochen der Alten Musik nach Innsbruck. Alle sechs szenischen Opernvorstellungen ausverkauft. Großes Medienecho.

(Foto: Rupert Larl / Innsbucker Festwochen)

Die 40. Innsbrucker Festwochen, die mit dem heutigen Finalkonzert des 7. Cesti Wettbewerbs und der morgigen „Musik im Gottesdienst“ in der Stiftskirche Wilten zu Ende gehen, ziehen eine äußerst positive Bilanz. Die Opern und Konzerte fanden enorm hohen Zuspruch beim Publikum, insgesamt verbuchen die Festwochen eine Auslastung von 97%. Die Besucheranzahl ist gegenüber dem Vorjahr um rund 5.700 Personen gestiegen.

Festwochen-Intendant Alessandro De Marchi ist mehr als zufrieden mit den diesjährigen Festwochen: „Ich habe so viel Begeisterung und Freude gespürt – nicht nur im Orchestergraben, sondern in der ganzen Stadt. Es war ein fantastischer Sommer mit vielen Höhepunkten, einem großartigen Publikum und einem perfekt eingespielten Team.“

Musikalischer Hochgenuss
Für großen Beifall bei den Besuchern und in zahlreichen Feuilletons sorgte Alessandro De Marchi mit der Opernkomödie „Il matrimonio segreto“. Ein „musikalischer Hochgenuss“, so die Neue Zürcher Zeitung, bei dem „die Spannung während dreier Stunden nie nachlässt“. Der Orchesterklang sei „so fein gewirkt wie die Stoffe der Roben“ staunte Der Standard. De Marchi bringe „die betörende, eminent theatertaugliche Musik Cimarosas mit der fabelhaften Academia Montis Regalis zauberhaft zur Geltung“, pflichtet die Schwäbische Zeitung bei. Der Bayrische Rundfunk lobte auch die in einem Hühnerstall angesiedelte Inszenierung (Regie/Kostüme: Barbe&Doucet), die „in keinem Moment albern oder gar lächerlich über die Bühne kommt, sondern überaus charmant und witzig“ sowie „das Ergebnis einer hochoriginellen Ausstattung“ sei. Die Tiroler Kulturredaktionen schwärmten von der „Fundgrube des musikalischen Humors“ (Tiroler Kronenzeitung), dem „fabelhaften Gesang“ (Tiroler Tageszeitung) sowie dem „akustischen Hochgenuss“ (ORF Tirol).
Die drei Vorstellungen von „Il matrimonio segreto“ im Tiroler Landestheater waren ausverkauft.

Lustvoll, überzeugend, energetisch
Ebenso umjubelt wurde auch die zweite szenische Produktion, die BAROCKOPER:JUNG „Le nozze in sogno“, die erst kürzlich Antonio Cesti zugeordnet werden konnte. „Mit der Wiedererweckung dieser Preziose hat das Innsbrucker Festival nicht zum ersten Mal die Schatzgräber-Rolle übernommen“, spendet die Süddeutsche Zeitung Beifall zur Pionierarbeit bei den Festwochen. Das Ensemble Innsbruck Barock, zusammengesetzt aus StudentInnen der Universität Mozarteum unter der Leitung von Enrico Onofri, spielte „mit lustvoller Verve, energetischer Präsenz und überzeugender Akkuratesse“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung). Das junge Sängerensemble, das aus Teilnehmern des letztjährigen Cesti-Wettbewerbs bestand, „wusste stimmlich zu brillieren und bot auch schauspielerisch eine großartige Leistung“, lobte der Neue Merker.
Alle drei Vorstellungen von „Le nozze in sogno“ waren ausverkauft.

Konzerthighlights und Innovatives
Weitere Höhepunkte waren die konzertante Aufführung von Glucks „Alceste“ unter der Leitung des langjährigen Künstlerischen Leiters der Festwochen, René Jacobs, der Introitus – geleitet von Howard Arman – mit begeisterten Tiroler MusikerInnen und SängerInnen, Mozarts „Krönungsmesse“ unter der Leitung von De Marchi sowie die zahlreichen Konzerte auf Schloss Ambras, im Riesensaal der Hofburg und in den Kirchen. Weitgehend positiv wurden auch die experimentelle Ausflüge in die Moderne aufgenommen: im Treibhaus erlebte ein buntgemischtes Publikum einen Mix aus Techno und Originalklang, in der Hofkirche lotete Wolfgang Mitterer die Ebert-Orgel mit elektronischem Instrumentarium aus.

Enormes Medienecho
2016 widmeten heimische und internationale Medien dem Festival große Aufmerksamkeit. Insgesamt berichteten 89 JournalistInnen aus 16 Ländern von den 40. Innsbrucker Festwochen der Alten Musik.

Ungebremster Besucherandrang
Rund 9.900 Besucher kamen zu den Opern und Konzerten der diesjährigen Festwochen (inkl. des heutigen Cesti-Finales). Das Schlossfest Ambras und die kostenlosen Veranstaltungen „Introitus“, „Concerto mobile“, „Musik im Gottesdienst“, „Mit Pauken und Trompeten“ sowie die „Lunchkonzerte lockten rund 16.500 Gäste an. Die Gesamtbesucherzahl bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik 2016 wird somit rund 26.400 Personen betragen.

„Eine höchst erfreuliche Bilanz“, zeigen sich Geschäftsführer Markus Lutz und Betriebsdirektorin Eva-Maria Sens zufrieden mit dem Ergebnis. „Die extrem hohe Auslastung und das Interesse des heimischen und internationalen Publikums an den Festwochen zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

Die 41. Innsbrucker Festwochen der Alten Musik finden von 18.07. bis 27.08.2017 statt. Das Programm wird im November 2016 veröffentlicht, gleichzeitig startet auch der Vorverkauf.

 

 

 

 

Cesti-Gewinner aus Australien und Austria

Morgan Pearse aus Sydney gewinnt vor der Grazerin Sophie Rennert den 7. Cesti-Gesangswettbewerb in Innsbruck. Den dritten Platz holt sich der Amerikaner Eric Jurenas.

Der Australier Morgan Pearse (Mitte) bekommt von den Juroren Alessandro De Marchi (links) und Sebastian Schwarz die Sieger-Urkunde überreicht.

Die Jury des 7. Internationalen Gesangswettbewerbs für Barockoper Pietro Antonio Cesti kürte den 28-jährigen australischen Bariton Morgan Pearse zum Sieger, das Publikum des Finalkonzerts wählte die 25-jährige österreichische Mezzosopranistin Sophie Rennert zu seinem Gewinner. Sophie Rennert wurde außerdem von der Jury der zweite Preis hinter Pearse verliehen. Der dritte Preis ging an den 26-jährigen US-amerikanischen Countertenor Eric Jurenas. Den Sonderpreis für die Gestaltung eines Recitals im Festival „Resonanzen“ des Wiener Konzerthauses erhielt die 23-jährige italienisch-französische Mezzosopranistin Lea Desandre. Aufgrund der hohen Qualität aller Finalistinnen und Finalisten, kann man davon ausgehen, dass auch weitere Endrundenteilnehmer aus England, Frankreich, Polen und Spanien noch mit ihrer Mitwirkung in der BAROCKOPER:JUNG 2017 im Rahmen der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik prämiert werden. Die Jury unter dem Vorsitz des Direktors des Glyndebourne Opera Festivals, Sebastian F. Schwarz, und die Zuhörerinnen und Zuhörer im Tiroler Landeskonservatorium erlebten Freitagabend ein Finalkonzert auf einem durchgängig hohen Niveau mit charakteristischen und gesangstechnisch hochwertigen Leistungen.

Aus den über 150 Anmeldungen stellten sich schließlich 85 KandidatInnen aus 33 Nationen von fünf Kontinenten ab vergangenem Sonntag der Jury, der Arien aus 57 Barockopern von zwölf Komponisten geboten wurde. Sieger Morgan Pearse begeisterte im Finalkonzert mit einer Arie aus Händels Oper „Rinaldo“ und einer Pflichtarie aus Reinhard Keisers Oper „Octavia“, die kommendes Jahr bei den Festwochen als BAROCKOPER:JUNG aufgeführt wird. Sophie Rennert bestach mit dem Schlussgesang aus Purcells Oper „Dido and Aeneas“ und mit einer Arie aus Händels Oper „Serse“. Der Drittplatzierte Eric Jurenas bot Arien aus Händels „Giulio Cesare in Egitto“ und Porporas „Polifemo“ in perfekter Ausführung.

Der Jury gehörten neben Schwarz der Intendant der Innsbrucker Festwochen, Alessandro De Marchi, die Zürcher Operndirektorin Sophie Lint, der Casting Direktor der Zaterdag Matinee Amsterdam, Maurizio Fernández, der Pariser Künstleragent Paolo Monacchi, der Intendant des Aalto Theaters Essen, Hein Mulders und der Künstlerische Betriebsdirektor des Theaters an der Wien, Jochen Breiholz, an. Den Publikumspreis überreichte Barbara Achammer, die Präsidentin des Freundeskreises der Innsbrucker Festwochen.

Das Finalkonzert kann man hier in voller Länge ansehen.

 

 

Vertrag bis 2021 verlängert

Der Vertrag von Alessandro De Marchi als Intendant der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik wird ab 1. September 2017 für weitere vier Jahre verlängert.

„Das erneute Vertrauen ehrt mich und erfüllt mich mit großer Freude. Mit der Loyalität und Begeisterung des Publikums, dem Einsatz und den Fähigkeiten des gesamten Festwochen-Teams sowie der Unterstützung der Politik soll es jedes Jahr wieder ein wundervolles Festival geben, abwechslungsreich und spannend“, blickt De Marchi voraus. Unterstützung erhält er von Eva-Maria Sens, die als neue Betriebsdirektorin der Innsbrucker Festwochen zukünftig mit De Marchi für Planung und Durchführung der Festwochen verantwortlich sein wird: „Ich freue mich über die Verlängerung von Alessandro De Marchi. Gemeinsam wollen wir in den kommenden Jahren mit innovativen Programmen und spannenden Künstlerinnen und Künstlern die internationale Strahlkraft der Festwochen weiter ausbauen und dem Publikum unvergessliche Erlebnisse schenken.“

Alessandro De Marchi ist seit 2010 Künstlerischer Leiter der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik. Der Dirigent und Cembalist blickt auf sechs erfolgreiche Jahre zurück. Bereits am Beginn seines Engagements in Innsbruck hat er den Cesti-Gesangswettbewerb und die damit verbundene Barockoper-Jung für die Alte-Musik-Generation von morgen eingeführt. Mehrere der Preisträger haben inzwischen schon den Sprung auf die führenden internationalen Opernbühnen geschafft und kehren auch regelmäßig zu den Festwochen zurück. Alessandro De Marchi begeisterte in den vergangenen sechs Jahren das Publikum und die internationalen und österreichischen Medien mit szenischen Produktionen wie Pergolesis „L’Olimpiade“, Provenzales „La Stellidaura vendicante“, Telemanns „Flavius Bertaridus“ oder Porporas „Il Germanico“. Seine CD-Aufnahmen der Innsbrucker Produktionen von „L’Olimpiade“, „Flavius Bertaridus“ und „La Stellidaura vendicante“ wurden von den Fachmedien hochgelobt. In den bisherigen sechs Jahren unter der Leitung von De Marchi erreichten die Festwochen eine Besucherauslastung von durchschnittlich mehr als 95 Prozent.

In seinem ersten Jahr als Künstlerischer Leiter der Festwochen brachte Alessandro De Marchi mit der von den internationalen Medien als Glanzlicht gefeierte Oper „L’Olimpiade“ ein Meisterwerk der neapolitanischen Oper ins Spiel. Diese gemeinsam mit der venezianischen Oper bedeutendste Tradition der ersten Jahrhunderte der Operngeschichte wurde auch in den Folgejahren mit den Produktionen von „La stellidaura vendicante“ und „Il Germanico“ von Dirigent De Marchi bei den Festwochen berücksichtigt. „Il Germanico“ wurde als „Entdeckung des Jahres 2015“ für den „International Opera Award“ nominiert. Auch in Zukunft will De Marchi die neapolitanische Oper bei den Festwochen als einen der wesentlichen Stränge der Operngeschichte weiterverfolgen, dabei aber auch weiterhin den Blickwinkel auf die Gesamtentwicklung der Oper von ihren Anfängen bis in das Zeitalter des Belcanto Anfang des 19. Jahrhunderts weit fassen. Besonders in einer Zeit, in der Barockoper längst weltweit in den Spielplänen der Opernhäuser verankert ist, muss Innsbruck seine Rolle als Ort für Entdeckungen beibehalten. Staunte die Musikwelt in den vergangenen Jahren über Ausgrabungen wie Domenico Scarlattis „Narciso“ (mit Fabio Biondi und L’Europa Galante) und steht dieses Jahr überhaupt die Weltpremiere von „Le nozze in sogno“ des einstigen Innsbrucker Hofmusikers Pietro Antonio Cesti auf dem Programm, so plant De Marchi auch für die nächsten Jahre Raritäten wie etwa 2017 Reinhard Keisers „Octavia“ ein.

Wichtig sind dem Intendanten der Festwochen auch die Neubewertung von bereits etablierten Werken und die Betonung bisher in der Interpretation nicht beachteter Aspekte. So setzte De Marchi zum Beispiel Vivaldis Meisterwerk „Ottone in villa“ in einer Neuinterpretation von Il Giardino Armonico unter der Leitung von Giovanni Antonini an. „Auch die Alte Musik bleibt nicht stehen, sie befindet sich in einem ständigen Fluss. Hier müssen die Festwochen weiterhin eine Vorreiterrolle einnehmen“, sagt De Marchi, der seit seinem ersten Jahr als Künstlerischer Leiter unter anderem mit der Programmschiene „Open Mind“ eine Öffnung der Alten Musik und Erweiterung der Idee der historischen Aufführungspraxis vornimmt. Auch die Opernregie soll für De Marchi von historischer Rekonstruktion bis zu neuen Lesarten reichen. Auf Initiative von De Marchi gehen darüber hinaus mehrere beim Publikum überaus beliebte Opernintermezzi im Spanischen Saal von Schloss Ambras zurück, mit denen eine typische Musiktheaterpraxis der Barockzeit belebt wird.

Besonderes Augenmerk widmet De Marchi auch weiterhin der Einbeziehung der besten Tiroler MusikerInnen der Alten Musik und der Pflege von Werken, die in engem Zusammenhang mit der Tiroler Musikgeschichte stehen. In den vergangenen Jahren waren Tiroler Ensembles wie das Innsbrucker Trompetenconsort und das Vokalensemble NovoCanto sowie Peter Waldner, Margret Köll, Maria Erlacher oder Markus Forster als Solisten zu erleben. Die einst in Innsbruck uraufgeführte Hasse-Oper „Romolo ed Ersilia“ erlebte ihre Wiederentdeckung.

Bei all dem steht für Alessandro De Marchi stets die „Herzensbindung zur Musik der vergangenen Jahrhunderte und ihre Anbindung an unsere Zeit“ im Vordergrund. Dabei müsse für die Festwochen auch in Zukunft eine sorgfältige stilistische Auseinandersetzung auf der Grundlage historischer Fakten die oberste Maxime sein, so De Marchi.

Im August 2016 dirigiert Alessandro De Marchi die Opernkomödie „Il matrimonio segreto“ von Cimarosa, sowie Mozarts „Krönungsmesse“ im Stift Wilten. Außerdem hat er zum 40. Jubiläum der Festwochen seine Vorgänger René Jacobs („Alceste“) und Howard Arman („Introitus) eingeladen.

 

 

 

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