eine kurze Geschichte der Innsbrucker Festwochen

Geschichte

Innsbruck ist ein Zentrum der Alten Musik. In der Renaissance und im Barock weilten Meister wie Paul Hofhaimer, Heinrich Isaac und Pietro Antonio Cesti als Hofmusiker in der Alpenstadt.

Es fanden prunkvolle Opernaufführungen im ersten freistehenden Theater im deutschen Sprachraum statt. Das damalige Innsbrucker Instrumentalensemble bildete später die Stammbesetzung des berühmten vorklassischen Mannheimer Orchesters. Mitte des 20. Jahrhunderts wurde an die Tradition angeknüpft und die Pflege der Alten Musik in prachtvollen Sälen und Kirchen wieder aufgenommen. 1963, zur Feier der 600-jährigen Zugehörigkeit Tirols zu Österreich, initiierte der Innsbrucker Musiker Prof. Otto Ulf (1907–1993) gemeinsam mit der Kustodin der Sammlungen des KHM auf Schloss Ambras Dr. Lilly von Sauter das erste Ambraser Schlosskonzert. Seit 1976 widmen sich die Innsbrucker Festwochen der Alten Musik der Pflege der Renaissance- und Barockmusik und sind somit eines der ältesten noch bestehende Festival dieser Art. Im Zentrum stehen Barockopern, daneben Konzerte an historischen Stätten. 2010 wurde der jährlich stattfindende "Internationale Gesangswettbewerb für Barockoper Pietro Antonio Cesti" ins Leben gerufen, der junge SängerInnen aus aller Welt nach Innsbruck holt. Traditionell ist Innsbruck der Ausgangspunkt vieler Künstlerkarrieren und seit Beginn der Alten-Musik-Bewegung eine der wichtigsten Adressen für Opern und Konzerte in diesem Bereich. Berühmte Dirigenten wie Nikolaus Harnoncourt, Sir John Eliot Gardiner und Alan Curtis traten in Innsbruck auf, Opernstars wie Jennifer Larmore und der Countertenor Derek Lee Ragin begeisterten das Publikum, Musiker wie Jordi Savall und Sigiswald Kuijken konzertierten in Innsbruck.

Von 1991 bis 2009 programmierte der Dirigent und Countertenor René Jacobs das Opernprogramm des Festivals, von 1997 bis 2009 war er der künstlerische Leiter. Er hat hier mehr als 20 Opern zur Aufführung gebracht, darunter von Pietro Antonio Cesti ("L´Orontea", "L´Argia"), Claudio Monteverdi („L’Orfeo“, "Il ritorno d´Ulisse in patria", "L´incoronazione di Poppea"), Francesco Cavalli ("Giasone", "Serse"), von Francesco Conti („Don Chisciotte in Sierra Morena“), Antonio Sartorio („Giulio Cesare in Egitto“), Georg Friedrich Händel ("Flavio", „Rinaldo“), Georg Philipp Telemann ("Orpheus oder die Wunderbare Beständigkeit der Liebe"), Johann Adolf Hasse ("Solimano"), Joseph Haydn ("Il mondo della luna"), Wolfgang Amadeus Mozart ("La finta semplice", „Don Giovanni“) und Florian Leopold Gaßmann ("L´opera seria").

Seit 2010 lenkt Alessandro De Marchi als künstlerischer Leiter die Geschicke der Innsbrucker Festwochen und hat in den letzten Jahren gemeinsam mit seinem Orchester Academia Montis Regalis Opern unter anderem Giovanni Pergolesis „L’Olympiade“ und „La serva padrona“, Bachs „Kaffeekantate“, Georg Philipp Telemanns „Flavius Bertaridus, König der Langobarden”, Mozarts „La clemenza di Tito”, Francesco Provenzales „La Stellidaura vendicante“ aufgeführt.

De Marchi hat für die weiteren Opernproduktionen Dirigenten wie Giovanni Antonini mit Il Giardino Armonico, Attilio Cremonesi mit Café Zimmermann, Christina Pluhar mit L’Arpeggiata, Rinaldo Alessandrini mit Concerto Italiano sowie Fabio Biondi und seine Europa Galante verpflichtet.

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Programmbuch 2014

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