Abschluss
Die 50. Innsbrucker Festwochen der Alten Musik 2026 ziehen sehr erfolgreiche Bilanz
Mit dem Finale des Cesti-Wettbewerbs am 30. August endeten die 50. Innsbrucker Festwochen der Alten Musik 2026. Durch mehr Veranstaltungen und der damit verbundenen Steigerung verkaufter Tickets um rund 9%, konnte im Vergleich zum Vorjahr mit einem Einnahmenplus um rund 8% ein neuer Höchststand erreicht werden.
Die Auslastung lag bei über 95%. Vom 24. Juli bis 30. August besuchten mehr als 20.000 Gäste aus dem In- und Ausland die insgesamt 62 Festwochen-Veranstaltungen an 20 Veranstaltungsorten – darunter 23 kostenfreie Formate. Besonders auffällig war im Jubiläumsjahr auch das Medieninteresse aus dem In- und Ausland. Allein zu den drei Vorstellungen der Hauptoper «Il pomo d’oro» von Pietro Antonio Cesti kamen 62 Medienvertreter:innen. Insgesamt besuchten 81 Medienvertreter:innen die zahlreichen Darbietungen des abwechslungsreichen Programms, von denen viele restlos ausverkauft waren.
Den Auftakt bildeten wie immer die vier Ambraser Schlosskonzerte, die allesamt gut besucht bzw. ausverkauft waren. Zu ihnen zählte auch «Bach à 7», das mit Sigiswald Kuijken und La Petite Bande an die Anfangszeiten der Festwochen erinnerten. Über die Ambraser Konzerte hinaus erwiesen sich auch weitere Hommagen an Wegbegleiter der Festwochen als besondere Publikumsmagnete: «A Tribute to Alan» mit Anna Bonitatibus und der Accademia Bizantina, als auch die Gastspiele der ehemaligen Musikalischen Leiter Alessandro De Marchi (2010-2023) mit dem Coro Maghini («Gioseffo») und das Oratorium «Il Trionfo» mit dem Freiburger Barockorchester und Attilio Cremonesi, der kurzfristig für den erkrankten René Jacobs (1997-2009) einsprang.
Für volle Säle sorgte ebenfalls «Christina von Schweden», ein dem 400. Geburtstag der gleichnamigen Kaiserin gewidmetes Programm vom Orchestre de l'Opéra Royal de Versailles, «Die blaue Stunde» im Pavillon des Hofgartens und Francesco Corti mit der Akademie für Alte Musik Berlin bei «Bach & Söhne». Begeisterten Anklang fanden darüber hinaus die Talenti Vulcanici und die Familienmusik Huber mit ihrem kulturraumübergreifenden Programm «Neapolitanisch aufg'spielt», «Ottavio plus» mit Blockflötist Giovanni Antonini, die Rückkehr des französischen Cembalisten Jean Rondeau in «Encore» und viele weitere Konzerte.
Unter dem Motto «Was feiern wir?» brachten die Innsbrucker Festwochen als Jubiläums-Highlight die als unaufführbar geltende Festoper «Il pomo d‘oro» von Pietro Antonio Cesti auf die Bühne. 20 Solist:innen, ein Chor, Tanzende zweier Kompanien und die Accademia Bizantina setzten unter der Musikalischen Leitung Ottavio Dantones das von ihm teilweise rekonstruierte Meisterwerk um. Die Begeisterung des Publikums, die sich an allen Abenden in Standing Ovations auch für die Regie von Fabio Ceresa, die Kostüme von Giuseppe Palella und das Bühnenbild von Nikolaus Webern ausdrückte, fand auch in der Medienresonanz ihre Bestätigung:
«Am Ende entdeckt man ein absolutes Meisterwerk.» (La Libre Belgique, 11.8.2026)
«Es ist eine Oper, in die man sich verliebt, weil sie alles hat, nur keine Langeweile.» (La Stampa, 10.8.2026)
«Innsbruck kann es. Fahren Sie hin! Der Goldene Festspiel-Apfel 2026 geht eindeutig nach Innsbruck.» (Welt, 11.8.2026)
Ein Herzensanliegen der Innsbrucker Festwochen bleibt zudem die Förderung von Nachwuchstalenten. So feierten die vier, monatelang im Vorhinein ausverkauften, Vorstellungen der Barockoper:Jung «Atalanta» einen großen Erfolg und auch das Abschlusskonzert von youngbaroque & Masterclass wurde vom Publikum begeistert aufgenommen. Mit Josef Laming bei «Sonare organo» und dem Cardinal Points Ensemble und Vierhalbiert bei «Made in Tirol» traten weitere junge Talente auf die Festwochen-Bühnen.
Die Künstlerische Direktorin Eva-Maria Sens blickt auf dieses außergewöhnliche Jubiläum zurück: «Dieses Jubiläumsjahr hat vor allem gezeigt, wie lebendig die Innsbrucker Festwochen und die Alte Musik sind. Wir haben Künstler:innen wiedergetroffen, die die Festwochen über Jahrzehnte begleitet und geprägt haben, und zugleich jungen Talenten eine Bühne gegeben, die ihre Zukunft gestalten werden. Mir war wichtig, dass unser 50. Jubiläum keine reine Retrospektive wird. Mit «Il pomo d’oro» haben wir uns deshalb an ein Werk gewagt, das lange als unaufführbar galt – und damit vielleicht deutlicher als mit jedem anderen Projekt gezeigt, was uns antreibt: die Vergangenheit ernst zu nehmen, um daraus großartiges Neues zu schaffen. Dieses Jubiläumsjahr ist eine Grundlage, auf der wir mit Neugier, Mut und künstlerischer Freude weiterbauen können.»
«Unser 50. Jubiläumsjahr war in jeder Hinsicht ein großer Erfolg für die Innsbrucker Festwochen der Alten Musik. Die hohe Auslastung, die steigenden Ticketverkäufe und das erreichte Einnahmenplus sind eine schöne Bestätigung für die künstlerische Arbeit und stimmen uns für die weitere Entwicklung der Festwochen zuversichtlich», betont der Kaufmännische Direktor Dr. Markus Lutz.
Seit ihrer Gründung 1976 sind die Innsbrucker Festwochen der Alten Musik Ausgangspunkt vieler Künstler:innenkarrieren und weltweit eine der wichtigsten Adressen im Bereich der Alten Musik. 2023 übernahm Eva-Maria Sens als Künstlerische Direktorin gemeinsam mit Ottavio Dantone, der bis 2028 als Musikalischer Leiter fungiert. In dieser Zeit ist seine Accademia Bizantina, eines der weltweit renommiertesten Orchester für historische Aufführungspraxis, das Orchester in Residence der Festwochen.
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