Eröffnung - Innsbrucker Festwochen der Alten Musik
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Eröffnung

Pressemitteilung, 7.8.2026

50. Innsbrucker Festwochen der Alten Musik feierlich eröffnet

Mit den Feierlichkeiten im Spanischen Saal von Schloss Ambras am Vormittag des 7. August wurden das Jubiläum der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik von Bundespräsident Alexander Van der Bellen offiziell eröffnet. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Musik, dargeboten von einer Riege renommierter Künstler:innen der Innsbrucker Festwochen. Am Abend feiert der erste Teil von Pietro Antonio Cestis Oper «Il pomo d‘oro» Premiere – der zweite Teil folgt am 8. August. Der Jubiläumssommer steht unter der Leitfrage «Was feiern wir?», am Programm steht bis zum 30. August ein breitgefächertes Programm: Neben zwei Opern bieten die Innsbrucker Festwochen dem Publikum zahlreiche Konzerte und freie Veranstaltungen. Den Auftakt bildeten wie jedes Jahr die Ambraser Schlosskonzerte.

 

«Otto Ulf hat einen Baum gepflanzt, damit wir in dessen Schatten jetzt tanzen können und dessen goldene Äpfel ernten dürfen» versinnbildlicht die Künstlerische Direktorin Eva-Maria Sens die langjährige Geschichte in ihrer Rede zur Eröffnung.

Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen stellte das Verbindende von Kultur in den Mittelpunkt: «Bei den Festwochen der Alten Musik begegnen einander Menschen aus ganz Europa und der Welt – mit ihren Sprachen, ihren Geschichten, ihrer Musik. Und gerade in dieser Vielfalt liegt die eigentliche Stärke Europas: Sie verbindet, statt zu trennen. Innsbruck erinnert uns daran, dass Kultur seit jeher die Sprache ist, in der wir uns alle verstehen.»

Tirols Landeshauptmann Anton Mattle betonte: «In ihrer Jubiläumsausgabe greifen die Festwochen der Alten Musik hochaktuelle Themen auf, die in der spektakulären Oper ‚Il pomo d’oro‘ verhandelt werden. Es geht um Ausgrenzung, um Polarisierung und um Verblendung, es geht aber auch um die vielen positiven Kräfte, die im Sinne des Gemeinwohls wirken können. Mit dem Opernprogramm als Herzstück und einem vielfältigen Programm rundherum prägen die Festwochen der Alten Musik seit 50 Jahren unsere Landeshauptstadt. Ich gratuliere aufs Herzlichste zu dieser Erfolgsgeschichte und wünsche im Jubiläumsjahr alles Gute!

Innsbrucks Vize-Bürgermeister Georg Willi führte in seiner Rede bei der Eröffnung aus: «Dass zum 50-jährigen Jubiläum das monumentale Werk ‚Il pomo d'oro‘ erstmals wieder vollständig erklingt, ist ein starkes Zeichen – für Zusammenarbeit und die Kraft kultureller Visionen. Denn diese Oper erzählt davon, wie Eitelkeit und verletzter Stolz eine Ordnung aus dem Gleichgewicht bringen können. Auch heute erleben wir, wie schnell Rivalität und Machtanspruch über Vernunft und Verständigung triumphieren können. Und wie wichtig deshalb Orte wie die Innsbrucker Festwochen sind, an denen Menschen einander zuhören, aufeinander reagieren und gemeinsam etwas schaffen.»

 

Im Zentrum des Jubiläums steht Pietro Antonio Cestis monumentale Oper «Il pomo d'oro», die als bedeutendstes Werk des Komponisten und als Meilenstein der Barockoper gilt. Mit ihrer ursprünglichen Spieldauer von mehr als acht Stunden, 47 Rollen und einer bis dahin beispiellosen szenischen Pracht sprengte sie 1668 sämtliche Dimensionen des damaligen Musiktheaters und ging später als «unaufführbar» in die Musikgeschichte ein. Nun kehrt das Werk in Innsbruck auf die Bühne zurück: In einer aufwendigen Neuproduktion wird «Il pomo d'oro» insgesamt drei Mal, jeweils an zwei Abenden, aufgeführt. Ein internationales Ensemble von 20 Sänger:innen übernimmt die 47 Rollen, Regisseur Fabio Ceresa und sein Team zeichnen für die Inszenierung verantwortlich. Die musikalische Leitung liegt bei Ottavio Dantone, der zwei als verloren geltende Akte der Oper rekonstruierte und das Werk gemeinsam mit seiner Accademia Bizantina zur Aufführung bringt.

Ab 21. August 2026 bringen Cesti-Teilnehmer:innen des Vorjahres Georg Friedrich Händels «Atalanta» auf die Bühne. Die Sänger:innen interpretieren diese Festoper in einer Inszenierung von François de Carpentries und Karine Van Hercke unter der Musikalischen Leitung von Andrea Buccarella. Es debütieren im Rahmen der Barockoper:Jung u. a. der Cesti-Gewinner Salvador Simão sowie der Drittplatzierte Pierre Gennaï. Den glanzvollen Abschluss der lnnsbrucker Festwochen bildet traditionell das Finale des 17. Cesti­-Wettbewerbs am 30. August.

Unter der Leitfrage «Was feiern wir?» widmen sich die Innsbrucker Festwochen 2026 den Elementen, die sie im vergangenen halben Jahrhundert zu einem der bedeutendsten Festivals für Alte Musik machten. In sechs Wochen sollen Künstler:innen, das Publikum, Alte Musik und natürlich die Festwochen selbst gefeiert werden. Neben zahlreichen Konzerten mit Stars wie Jean Rondeau, Anna Bonitatibus, Arianna Vendittelli, Giovanni Antonini und anderen, bietet das Programm auch einige Sonderformate zum Jubiläum. Umrahmt wird das gesamte Programm wie jedes Jahr von unzähligen gratis Veranstaltungen an verschiedenen Orten der Stadt.

Texte

Eröffnung der 50. Innsbrucker Festwochen | © Birigt Pichler

Musikalischer Leiter Ottavio Dantone, Künstlerische Direktorin Eva-Maria Sens, Landeshauptmann Anton Mattle und Frau Daniela Mattle, Bundespräsident Alexander Van der Bellen mit Ehefrau Doris Schmidauer, Erster Vizebürgermeister der Stadt Innsbruck Georg Willi und der Kaufmännische Direktor Markus Lutz (v.l.n.r.)

© Birigt Pichler

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