Aus der Welt des Goldenen Apfels - Die Musik - Innsbrucker Festwochen der Alten Musik

Aus der Welt des Goldenen Apfels - Die Musik

Goldene Äpfel © Amir Kaufmann Goldene Äpfel

Im Gespräch verrät der Musikalische Leiter der Innsbrucker Festwochen, Ottavio Dantone, wie er das scheinbar unaufführbare Meisterwerk «Il pomo d’oro» von Pietro Antonio Cesti wieder zum Leben erweckt hat.

Festwochen: Die Musik zweier Akte ist verloren gegangen, weshalb das Werk als «unaufführbar» gilt. Wie bist du auf die Idee gekommen, ein solches Werk zu re-komponieren?
Ottavio Dantone: Es ist eigentlich nicht richtig zu sagen, dass zwei Akte verloren gegangen sind. Es ist ein Manuskript in Modena erhalten, das insgesamt 35 Arien des dritten und fünften Aktes enthält. Das ermöglicht es, bereits eine Vorstellung davon zu haben, wie die Restaurierung angegangen werden kann. Auf der Grundlage dieser Musik und des vollständigen Librettos, habe ich die fehlende Musik eher rekonstruiert als komponiert. Ich habe mir alle Werke von Cesti angesehen und nach Arien, Fragmenten oder Instrumentalmusik gesucht, die sowohl vom metrischen Standpunkt als auch vom musikalischen Charakter her zum erhaltenen Libretto passten. Es war eine sehr lange und komplexe Arbeit, doch schlussendlich wird gesamte Musik von Cesti stammen.

Ist diese Neukomposition eher Wissenschaft oder Intuition?
Beides. Einerseits erfordert eine solche Rekonstruktion sehr sorgfältige Arbeit, um die beste Analogie zwischen dem erhaltenen Text und einer Musik zu finden, die für eine andere Situation oder Anlass gedacht war, andererseits gibt es sicherlich auch eine intuitive und kreative Komponente, da die getroffenen Entscheidungen letztendlich zu einem neuen und originellen künstlerischen Ergebnis führen.

Was macht «Il pomo d'oro» aus musikalischer Sicht so besonders?
Ein Wort reicht aus: Vielfalt.
Die Oper vereint eine Vielfalt an Figuren, Instrumenten, Farben, Charakteren und Emotionen.

 

Wer diese Vielfalt selbst sehen, hören und erleben will, kann dies am 7. & 8. August, am 11. & 12. August oder 15. & 16. August. Tickets dafür gibt es hier.

Dies waren nur die ersten drei Fragen unseres Interviews – in den Videos unten geht auf dem Ottavio Dantone weiter darauf eingeht, was Sie in dieser außergewöhnlichen Produktion erwartet.